Im Schatten der Supererde
Public Story

Im Schatten der Supererde

Der Aufprall sitzt noch in den Knochen, als Natascha bereits aus der Luke springt. Der Schlamm saugt an ihren Stiefeln, und sie geht sofort in die Hocke, die Plas-1 bereit zum Feuern.

JadedBlaster268
AuthorJadedBlaster268
Created31. July 2026
Chapters26

Story context

World description

Der Planet ist ein feuchter, von dichtem Dschungel überwucherter Mond, dessen Atmosphäre nach verrottendem Leben und Ozon riecht. Die verlorene Einrichtung ist ein Relikt aus dem ersten Krieg, ein labyrinthartiger Komplex aus modrigen Gängen und gesprengten Türen, in dem die Dunkelheit vor Feinden zu wimmeln scheint. Überall hängen zerfetzte Propagandaplakate der Supererde, deren Farben längst verblasst sind. Die Luft ist schw...

Initial situation

Die Luft über dem Dschungelplaneten reißt mit ohrenbetäubendem Donner. Vier Hellpods schlagen in einer Linie in den Boden ein, schleudern Schlamm und verbrannte Vegetation in die Höhe. Sergeant Korovs Stimme kracht aus dem Funk: 'Jeder Einsatz ist ein guter Einsatz, wenn man überlebt. Heute ist das optional.' Natascha Dohoff spürt das vertraute Vibrieren der Ausrüstung, während die Luke aufzischt und der beißende Geruch von Oz...

Objective

Die Einrichtung aufspüren, infiltrieren und mit einem thermischen Sprengsatz vernichten, um zu verhindern, dass Feinde die darin verborgenen Geheimnisse nutzen.

Chapter samples

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Chapter 1
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Der Aufprall sitzt noch in den Knochen, als Natascha bereits aus der Luke springt. Der Schlamm saugt an ihren Stiefeln, und sie geht sofort in die Hocke, die Plas-1 bereit zum Feuern. Der Dschungel ringsum ist still – zu still. Kein Vogelruf, kein Insektensummen. Nur das leise Zischen der abkühlenden Hellpods und das Rauschen des Blutes i...

Der Aufprall sitzt noch in den Knochen, als Natascha bereits aus der Luke springt. Der Schlamm saugt an ihren Stiefeln, und sie geht sofort in die Hocke, die Plas-1 bereit zum Feuern. Der Dschungel ringsum ist still – zu still. Kein Vogelruf, kein Insektensummen. Nur das leise Zischen der abkühlenden Hellpods und das Rauschen des Blutes in ihren Ohren. „Dohoff, links. Echo, rechts. Ich halte die Mitte.“ Korovs Stimme ist rau, aber ruhig. Er bewegt sich mit der schwerfälligen Ökonomie eines Mannes, der schon zu oft durch fremde Himmel gefallen ist. Die Narbe über seinem Auge schimmert feucht im grünlichen Zwielicht. Natascha nickt, obwohl er es nicht sehen kann. Sie tastet sich vor, die Waffe im Anschlag, die Augen auf die Lücken zwischen den Farnwedeln gerichtet. Die Einrichtung ragt vor ihnen auf, ein massiver Betonblock, dessen Oberfläche von Moos und Kletterpflanzen überzogen ist. Die Propagandaplakate an der Außenmauer sind kaum noch zu erkennen – ein verblasstes Lächeln, ein verschwommener Zeigefinger, der einst zum Dienst für die Supererde aufrief. Jetzt wirken sie wie die Überreste einer längst vergangenen Zeremonie. „Ich lese schwache Energiesignaturen“, murmelt Echo in den Funk. Ihr Atem geht flach, hastig. „Nichts, was das Handbuch als ‚freundlich‘ einstufen würde. Könnten die Termiten sein, die sich eingenistet haben. Oder… etwas anderes.“ Natascha beißt die Zähne zusammen. Etwas anderes ist in ihrem Job nie gut. Sie erreichen den Haupteingang – eine verformte Stahltür, die halb aus den Angeln gerissen ist. Dahinter gähnt Schwärze. Korov holt eine Lichtfackel aus seinem Gürtel, zündet sie an und wirft sie in den Gang. Das kalte, weiße Licht tanzt über modrige Wände, zersprungene Bodenfliesen und die Umrisse von umgestürzten Möbeln. Es reicht nicht weit. Die Dunkelheit dahinter wirkt dick, fast greifbar. „Also gut“, sagt Korov und hebt sein Sturmgewehr. „Wir gehen rein, wir pflanzen den Sprengsatz, wir kommen wieder raus. Keine Heldentaten. Keine Eigeninitiative. Fragen?“ Niemand antwortet. Natascha spürt das vertraute Kribbeln in den Fingerspitzen, das sie immer vor einem Einsatz überkommt. Sie wischt sich eine Strähne aus der Stirn und folgt dem Sergeant in die Finsternis. Der Geruch von Ozon wird stärker. Und unter ihm – ganz schwach – liegt ein anderer Geruch. Einer, den sie nicht einordnen kann.

2
Chapter 2
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Die Stille in der Dunkelheit ist drückend, als Natascha den Druckknopf an ihrer Waffe findet. Ein schmaler Lichtkegel schneidet durch die Schwärze und lässt den Staub tanzen, der in der modrigen Luft hängt. „Die haben mich heute morgen erst aufgetaut“, sagt sie leise in den Funk. Ihre Stimme klingt flacher, als sie beabsichtigt hat. „Wie...

Die Stille in der Dunkelheit ist drückend, als Natascha den Druckknopf an ihrer Waffe findet. Ein schmaler Lichtkegel schneidet durch die Schwärze und lässt den Staub tanzen, der in der modrigen Luft hängt. „Die haben mich heute morgen erst aufgetaut“, sagt sie leise in den Funk. Ihre Stimme klingt flacher, als sie beabsichtigt hat. „Wie hoch ist die Feinddichte hier auf dem Planeten?“ Echos Lachen ist kurz und ohne Humor. „Die offiziellen Aufzeichnungen sagen ‚minimale bis keine Präsenz‘. Aber die offiziellen Aufzeichnungen lügen immer, sonst wären wir nicht hier.“ Sie macht eine Pause, und Natascha hört das leise Klicken ihrer Ausrüstung. „Die Energiesignaturen, die ich lese, sind… unregelmäßig. Als ob etwas da wäre, aber nicht genug Wärme abgäbe, um als organisch zu gelten. Vielleicht automatisierte Verteidigungssysteme. Vielleicht etwas, das schläft.“ Korov bleibt stehen, und Natascha erkennt an der Bewegung seiner Schultern, dass er sich umdreht. Sein Gesicht ist nur eine Ansammlung von Schatten im fahlen Licht ihrer Waffenlampen, aber seine Stimme hat eine Schärfe, die keine Dunkelheit dämpfen kann. „Feinddichte ist irrelevant. Wir haben einen Auftrag. Wir führen ihn aus. Punkt.“ Er macht eine kurze Pause. „Und Dohoff? Wir sind alle heute morgen aufgetaut worden. Das ist der Job. Beschwer dich nicht, solange du noch die Wärme des Kryoschlafs in den Knochen hast. Die Kälte kommt früh genug.“ Natascha sagt nichts. Sie beißt sich auf die Innenseite der Wange und folgt ihm weiter in den Gang hinein. Der Lichtkegel ihrer Lampe streift über die Wand, und sie erkennt die Umrisse eines verblassten Symbols – das alte Emblem der Super Earth Streitkräfte, bevor das erste Kriegsende die Grenzen neu gezogen hatte. Der Geruch von Ozon wird stärker, vermischt sich mit etwas Metallischem, fast Blutigem. Und dann hört sie es: ein leises Kratzen, wie Krallen auf Stein, das tief aus der Dunkelheit vor ihnen kommt.

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Chapter 3
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Natascha bleibt stehen, ihr Finger findet den Druckknopf an der Seite ihres Helms. Ein leises Piepsen ertönt, als sie den kurzen Reichweiten-Ping auf ihre Karte legt. Nichts. Keine Bewegung, keine Wärmequellen. Nur die leeren Gänge, die sich wie ein Netz aus Stein in die Tiefe ziehen. „Bugs“, flüstert sie, und das Wort hängt schwer in de...

Natascha bleibt stehen, ihr Finger findet den Druckknopf an der Seite ihres Helms. Ein leises Piepsen ertönt, als sie den kurzen Reichweiten-Ping auf ihre Karte legt. Nichts. Keine Bewegung, keine Wärmequellen. Nur die leeren Gänge, die sich wie ein Netz aus Stein in die Tiefe ziehen. „Bugs“, flüstert sie, und das Wort hängt schwer in der stickigen Luft. Korov dreht sich nicht um, aber sie sieht, wie sich seine Schultern versteifen. Echo macht eine schnelle, ruckartige Bewegung mit dem Kopf, ihr rotes Haar leuchtet kurz im Lichtschein auf, bevor sie wieder in der Dunkelheit verschwindet. Natascha legt den Daumen auf den Feuerwahlhebel ihrer Plas-1 und schiebt ihn von Sicherung auf Bereitschaft. Das leise Summen der Energiezellen, die sich aufladen, ist das einzige Geräusch, das sie kontrollieren kann. Ihr Herz schlägt ruhig, gleichmäßig. Der Adrenalinspiegel steigt, aber sie kennt das Gefühl. Es ist wie ein alter Freund, der sie jedes Mal begrüßt, wenn die Hölle losbricht. Das Kratzen kommt wieder. Näher diesmal. Es ist kein zufälliges Geräusch, kein Tropfen Wasser oder sich dehnendes Metall. Es hat Rhythmus. Absicht. Echos Stimme flackert über den Funk, kaum mehr als ein Atemzug. „Ich lese immer noch nichts auf den Sensoren. Aber das Geräusch… es kommt von überall. Als ob die Wände selbst atmen würden.“ Korov hebt die Faust, das universelle Zeichen zum Anhalten. Die drei Soldaten erstarren, ihre Lampen sind die einzigen Lichtpunkte in der endlosen Finsternis. Der Sergeant dreht sich langsam um, sein Gesicht ist eine Maske aus Schatten und Narben. „Dohoff. Du gehst vor. Ich will sehen, was du drauf hast.“ Seine Stimme ist leise, aber sie schneidet durch die Stille wie ein Messer. „Echo, sicherst du sie. Ich halte die Mitte. Wenn es krabbelt, brennen wir es nieder. Verstanden?“ Natascha nickt, auch wenn er es im Dunkeln kaum sehen kann. Sie atmet einmal tief durch, dann setzt sie einen Fuß vor den anderen, den Lauf ihrer Waffe in die Richtung gedreht, aus der das Kratzen kommt. Der Gang macht eine leichte Biegung nach links, und der Geruch von Ozon wird fast überwältigend.

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