Die Lichtung der Stille
Public Story

Die Lichtung der Stille

Der Motor deines alten Kombis hustet noch einmal, dann erstirbt er ganz. Der Qualm, der unter der Haube hervorkriecht, riecht nach verbranntem Öl und heißen Kabeln.

Sarah
AuthorSarah
Created26. June 2026
Chapters7

Story context

World description

Der Wald ist dicht und unheimlich, die Bäume ragen hoch und werfen lange Schatten. Es riecht nach feuchtem Moos und Harz, und die Stille wird nur vom Knacken der Äste unter deinen Füßen unterbrochen. Das Militärhäuschen ist aus grauem Beton, mit kleinen, vergitterten Fenstern und einer schweren Stahltür. Es wirkt fehl am Platz, wie ein Stück einer anderen Welt, das hier vergessen wurde.

Initial situation

Du stehst mit deinem Auto mitten im Wald, der Motor qualmt und will nicht mehr anspringen. Entschlossen, Hilfe zu holen, schlägst du einen schmalen Pfad ein, der sich immer tiefer ins Dickicht schlängelt. Nach einer Weile stößt du auf eine kleine Lichtung – und dort, versteckt zwischen den Bäumen, steht ein seltsames Militärhäuschen. Es wirkt verlassen, aber die frischen Spuren im Matsch sagen etwas anderes. Dein Herz klopft, ...

Objective

Du musst Hilfe holen und herausfinden, was es mit dem geheimnisvollen Häuschen auf sich hat, während die MacGyver-Crew zufällig auf dich trifft.

Chapter samples

1
Chapter 1
Tap to expand and read the excerpt

Der Motor deines alten Kombis hustet noch einmal, dann erstirbt er ganz. Der Qualm, der unter der Haube hervorkriecht, riecht nach verbranntem Öl und heißen Kabeln. Du lässt die Stirn gegen das Lenkrad sinken und atmest tief durch. Kein Empfang. Kein anderes Auto in Sicht. Nur Wald, so weit das Auge reicht. Also schnappst du deinen Rucks...

Der Motor deines alten Kombis hustet noch einmal, dann erstirbt er ganz. Der Qualm, der unter der Haube hervorkriecht, riecht nach verbranntem Öl und heißen Kabeln. Du lässt die Stirn gegen das Lenkrad sinken und atmest tief durch. Kein Empfang. Kein anderes Auto in Sicht. Nur Wald, so weit das Auge reicht. Also schnappst du deinen Rucksack, steigst aus und folgst einem schmalen Pfad, der sich zwischen moosbewachsenen Felsen ins Unterholz schlängelt. Die Luft ist kühl und schwer, und jedes Knacken unter deinen Turnschuhen hallt in der Stille nach. Nach einer Viertelstunde, der Schweiß klebt dir bereits am Kragen deines Hoodies, lichtest sich das Dickicht. Du bleibst stehen. Mitten auf einer kleinen Lichtung, halb von Farnen überwuchert, steht ein Betonklotz. Ein Militärhäuschen, niedrig und geduckt, mit vergitterten Fenstern, die wie blinde Augen ins Leere starren. Die Stahltür ist geschlossen, aber die Erde davor ist aufgewühlt – frische Fußspuren, breite Reifenabdrücke, die sich tief in den Matsch gegraben haben. Dein Herz klopft schneller. Du beißt dir auf die Unterlippe. Verlassen sieht anders aus. Du zögerst, trittst dann näher. Ein Schritt, noch einer. Die Stille ist drückend, nur das Rascheln der Blätter unter deinen Füßen und dein eigener Atem. Du streckst die Hand aus, die Finger nur Zentimeter von der kalten Stahltür entfernt, als hinter dir ein Ast knackt. Laut. Nah. Du erstarrst. Drehst dich langsam um. Zwischen den Bäumen tauchen Gestalten auf – vier, nein fünf Personen. Einer von ihnen, ein Mann mit ruhigen, wachen Augen, hebt beschwichtigend die Hände. „Keine Sorge“, sagt er leise. „Wir sind nicht vom Militär.“

2
Chapter 2
Tap to expand and read the excerpt

Der Mann mit den ruhigen Augen nickt langsam, seine Hände bleiben in der Luft, eine Geste, die besänftigen soll. Hinter ihm tritt eine junge Frau mit kurzen, dunklen Haaren hervor, die neugierig über seine Schulter späht. „Ein liegen gebliebenes Auto?“, wiederholt der Mann. Seine Stimme ist ruhig, fast freundlich. „Wo genau hast du es ab...

Der Mann mit den ruhigen Augen nickt langsam, seine Hände bleiben in der Luft, eine Geste, die besänftigen soll. Hinter ihm tritt eine junge Frau mit kurzen, dunklen Haaren hervor, die neugierig über seine Schulter späht. „Ein liegen gebliebenes Auto?“, wiederholt der Mann. Seine Stimme ist ruhig, fast freundlich. „Wo genau hast du es abgestellt?“ Du schluckst, spürst, wie deine Finger immer noch leicht zittern. „Am Ende eines Waldwegs, vielleicht fünfzehn Minuten von hier. Ein alter Kombi, blau. Unter der Haube qualmt es, und er springt nicht mehr an. Ich hab kein Empfang, nichts. Ich wusste nicht, wohin ich sonst gehen sollte.“ Die Frau mit den dunklen Haaren – sie trägt einen schwarzen Hoodie und hat ein Laptopgehäuse unter dem Arm – grinst schief. „Klassiker. Im tiefsten Wald eine verlassene Militärhütte finden und dann Hilfe suchen. Klingt nach einem Film, bei dem ich schon mal im Abspann stand.“ Der Mann wirft ihr einen kurzen Blick zu, aber es liegt keine Schärfe darin. Dann wendet er sich wieder dir zu. „Ich bin Mac. Das da ist Riley. Wir sind nicht von hier, aber wir kennen die Gegend. Dein Auto – hast du eine Ahnung, was genau kaputt ist?“ Du schüttelst den Kopf. „Ich kenn mich nicht aus mit Motoren. Es hat geraucht, dann hat es geklopft, und dann war Schluss. Mehr weiß ich nicht.“ Mac überlegt kurz. Neben ihm tritt ein großer Mann mit breiten Schultern und einem lockeren Lächeln näher – Jack, wie du später erfahren wirst. „Hey, Kleine, erst mal durchatmen“, sagt er. „Siehst aus, als hättest du ’nen Marathon hinter dir. Hast du Wasser dabei?“ Die Frage holt dich aus deiner Anspannung. Du greifst nach deinem Rucksack, spürst das vertraute Gewicht. „Ja, hab ich.“

3
Chapter 3
Tap to expand and read the excerpt

Jack hebt eine Augenbraue, und ein warmes Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. „Ein Welpe und ein Babykätzchen? Das ist ja fast so, als würdest du ’ne ganze Arche Noah zu Hause hüten.“ Riley tritt näher, ihr Blick wird weicher. „Okay, das ist süß. Wie heißen die beiden?“ Du öffnest den Mund, um zu antworten, aber Mac kommt dir z...

Jack hebt eine Augenbraue, und ein warmes Lächeln breitet sich auf seinem Gesicht aus. „Ein Welpe und ein Babykätzchen? Das ist ja fast so, als würdest du ’ne ganze Arche Noah zu Hause hüten.“ Riley tritt näher, ihr Blick wird weicher. „Okay, das ist süß. Wie heißen die beiden?“ Du öffnest den Mund, um zu antworten, aber Mac kommt dir zuvor. „Die Frage können wir uns später stellen“, sagt er ruhig. „Erst mal sollten wir uns dein Auto ansehen. Wenn es nur eine Kleinigkeit ist, kriegen wir das vielleicht schnell hin.“ Er mustert dich kurz, dann deutet er mit dem Kinn zur Tür. „Kannst du uns den Weg zeigen?“ Jack klopft sich gegen die Brust. „Ich hol noch die Taschenlampe und ein paar Kabel aus dem Vorrat. Man weiß ja nie.“ Er verschwindet im Inneren der Hütte, und du hörst sein Poltern zwischen Metallkisten. Riley lehnt sich lässig gegen den Türrahmen. „Keine Sorge, wenn Mac sich was vornimmt, dann klappt das meistens. Der hat schon ’nen Toaster mit ’ner Büroklammer und ’nem Kaugummi repariert.“ Sie grinst. „Okay, vielleicht übertreib ich, aber nur ein bisschen.“ Du spürst, wie die Anspannung in deinen Schultern langsam nachlässt. Deine Finger umklammern den Rucksackgurt fester, aber dein Atem wird ruhiger. „Danke“, sagst du leise. „Wirklich. Ich wär hier wahrscheinlich einfach nur rumgeirrt, bis es dunkel geworden wäre.“ Mac nickt, und in seinen Augen liegt etwas Beruhigendes. „Dann lass uns loslegen. Je früher wir dein Auto ansehen, desto früher bist du bei deinen Tieren.“ Jack kommt zurück, eine schwere Stablampe in der einen, ein Bündel Kabel in der anderen Hand. „Bin bereit. Führ uns, Kleine.“

Read more
Go to Top