Das verflochtene Schicksal
Public Story

Das verflochtene Schicksal

Ich stehe vor der vertrauten Wohnungstür, den Rucksack mit meinen Schulsachen noch über der Schulter, und starre auf das leere Klingelschild. Der Flur riecht nach abgestandenem Essen und Nachbarswaschmittel, doch heute fühlt sich alles falsch an.

Kimiko
AuthorKimiko
Created6. May 2026
Chapters73

Story context

World description

In einer verborgenen Welt, wo Menschen ahnungslos neben Gestaltwandlern, Werwölfen, Hexern, Nephilim und Elfen leben, thront die elite Akademie 'Lunareth', eine uralte Schule umgeben von nebelverhangenen Wäldern und leuchtenden Kristalltoren, in der magische Wesen ihre Kräfte schärfen und Schicksalsbindungen unter dem Vollmond entflammen. Hier gelten strenge Hierarchien: Alphas dominieren Rudel, Nephilim als halbgöttliche Wese...

Initial situation

Du, Kimiko Kurasaki, stehst vor der leeren Wohnungstür nach einem langweiligen Schultag, spürst ein seltsames Ziehen in der Brust, als du merkst, dass dein Vater Rowan nie einfach so weg wäre. Plötzlich klopft es, und eine fremde Frau mit durchdringenden Augen erscheint, um dir mit kalter Stimme seinen plötzlichen Tod mitzuteilen – Details bleiben im Dunkeln. Sie führt dich in das verbotene Zimmer, wo eine große, staubige Kist...

Objective

Kimikos Pantherkräfte entdecken, die unwiderstehliche Schicksalsbindung zu Liam erleben und navigieren, während Rivalen wie Jules und Mamona die leidenschaftliche Verbindung herausfordern, bis sie ihre wahre Macht und Liebe umarmt.

Chapter samples

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Chapter 1
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Ich stehe vor der vertrauten Wohnungstür, den Rucksack mit meinen Schulsachen noch über der Schulter, und starre auf das leere Klingelschild. Der Flur riecht nach abgestandenem Essen und Nachbarswaschmittel, doch heute fühlt sich alles falsch an. Ein seltsames Ziehen breitet sich in meiner Brust aus, als hätte sich ein unsichtbarer Faden ...

Ich stehe vor der vertrauten Wohnungstür, den Rucksack mit meinen Schulsachen noch über der Schulter, und starre auf das leere Klingelschild. Der Flur riecht nach abgestandenem Essen und Nachbarswaschmittel, doch heute fühlt sich alles falsch an. Ein seltsames Ziehen breitet sich in meiner Brust aus, als hätte sich ein unsichtbarer Faden gelöst. Papa wäre nie einfach so weg. Er ruft immer an, wenn er länger braucht, kocht sonst Spaghetti mit extra viel Käse. Aber die Wohnung liegt still da, als hielte sie den Atem an. Plötzlich klopft es – scharf, fordernd. Ich zucke zusammen und öffne die Tür einen Spalt. Vor mir steht eine Frau, Ende vierzig vielleicht, mit durchdringenden grauen Augen, die wie splitterndes Eis wirken. Ihr schwarzer Mantel umhüllt eine schlanke Gestalt, und sie mustert mich, als würde sie durch mich hindurchsehen. „Kimiko Kurasaki?“, fragt sie mit kalter Präzision. Ich nicke stumm, und sie tritt ein, ohne zu warten. „Dein Vater, Rowan, ist tot. Ein Unfall. Details sind unwichtig.“ Die Worte treffen mich wie ein Schlag in den Magen. Tot? Mein Papa? Vor einem Jahr Mama, und jetzt er? Meine Knie werden weich, ich greife nach der Wand, um nicht zu fallen. Tränen brennen in meinen diamantfarbenen Augen, doch sie fließen nicht. Die Frau packt meinen Arm – ihr Griff ist fest, fast mitleidlos – und zieht mich durch den Flur ins verbotene Zimmer. Das Zimmer, in das Papa mich nie lassen durfte, mit dem alten Vorhängeschloss, das nun offen hängt. Staub wirbelt auf, als sie die Tür aufstößt. In der Mitte thront eine große, dunkle Kiste aus poliertem Holz, verziert mit seltsamen Schnitzereien, die wie raubtierhafte Silhouetten aussehen. Daneben liegt ein Umschlag, vergilbt und mit Papas Handschrift: „Dieses Geheimnis solltest du nie finden. Wenn ich sterbe, zieh zu deinem Großvater nach Lunareth und nimm die Kiste mit – ÖFFNE SIE NICHT!“ Mein Herz rast, pocht wild gegen meine Rippen, als ich die Karte lese. Großvater? Lunareth? Das klingt wie aus einem Traum, einem Ort, den Papa nur in Flüstertönen erwähnt hat. Die Frau nickt knapp. „Er hat alles arrangiert. Ein Wagen wartet. Pack zusammen.“ Ich gehorche wie in Trance, stopfe Klamotten in eine Tasche, während meine Finger zittern. Die Kiste schleppe ich mit, schwer und warm unter meinen Händen, als pulsiere etwas darin. Draußen steigt Nebel aus den Ritzen der Bürgersteige, und der Wagen – ein alter schwarzer Limousine mit getönten Scheiben – verschlingt uns. Die Fahrt verschwimmt in Tränen und Schweigen, Städte weichen Wäldern, die sich wie lebendige Schatten aneinanderdrängen. Mein Körper fühlt sich fremd an, ein Prickeln läuft über meine Haut, als ob die Luft mich berührt, streichelt, weckt. Stunden später hält der Wagen vor hohen Kristalltoren, umgeben von nebelverhangenen Bäumen, die im Mondlicht silbern schimmern. Lunareth. Die Akademie ragt auf, Türme wie Krallen gen Himmel gereckt. Die Frau öffnet die Tür, und ein Windhauch streift mich, trägt Duft von Wildnis und etwas Verbotenem. Jemand beobachtet mich aus dem Schatten – Augen, die glühen wie Waldfeuer. Mein Puls beschleunigt sich erneut, tiefer diesmal, hungrig.

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Chapter 2
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Die Kristalltore schwingen mit einem leisen Summen auf, als die Frau mit den grauen Augen hindurchtritt und mir ein Zeichen gibt, ihr zu folgen. Der Nebel teilt sich wie ein Vorhang, und ich schleppe die schwere Kiste hinter mir her, mein Rucksack schneidet in die Schultern. Der Pfad windet sich durch uralte Bäume, deren Blätter im Mondli...

Die Kristalltore schwingen mit einem leisen Summen auf, als die Frau mit den grauen Augen hindurchtritt und mir ein Zeichen gibt, ihr zu folgen. Der Nebel teilt sich wie ein Vorhang, und ich schleppe die schwere Kiste hinter mir her, mein Rucksack schneidet in die Schultern. Der Pfad windet sich durch uralte Bäume, deren Blätter im Mondlicht flüstern, und bald ragt ein Haus vor uns auf – nein, kein Haus, ein Anwesen. Hohe Steinsäulen umranken den Eingang, Efeu rankt sich wie lebendige Adern über polierte Fenster, und Laternen mit blauem Schimmer tauchen alles in ein unwirkliches Licht. So etwas habe ich noch nie gesehen, es wirkt wie aus einem vergessenen Märchen, zu groß, zu schön für diese Welt. Die Frau klopft, und die Tür öffnet sich. Ein älterer Mann tritt heraus, silbernes Haar umrahmt ein Gesicht mit scharfen Zügen, die Augen warm wie polierter Bernstein. „Freut mich, dich kennenzulernen, meine Enkelin Kimiko“, sagt er mit tiefer, ruhiger Stimme. „Willkommen in dieser wunderbaren Welt.“ Welt? Was meint er damit?, denke ich, während ein Schauer über meine prickelnde Haut läuft. Er umarmt mich sanft, riecht nach Holzrauch und Kräutern, und die Frau verabschiedet sich mit einem Nicken, verschwindet im Nebel. Großvater führt mich hinein, durch Hallen mit Wandteppichen, die mythische Wesen zeigen. „Dein Zimmer“, sagt er und öffnet eine Tür. Es ist ein Traum: Ein breites Bett mit seidigen Vorhängen, ein Schreibtisch aus dunklem Holz, Blumen in Kristallvasen, die im Kerzenlicht funkeln. Ich lasse meine Taschen fallen, atme den Duft von Lavendel ein, doch die Trauer sitzt noch schwer in meiner Brust. Wir essen im Speisezimmer, wo ein Feuer prasselt. Auf dem Tisch dampft Fleisch – saftig, mit einer würzigen Soße und Kräutern –, genau das, was ich liebe. Ich greife zu, der erste Bissen vertreibt für einen Moment die Kälte in mir, und ich lächle unwillkürlich. Großvater beobachtet mich, sein Blick weich. Nach dem Essen lehnt er sich vor. „Kimiko, wir müssen reden. Weißt du schon etwas?“ Was soll ich wissen?, frage ich mich, während Zweifel aufsteigen. Was haben Mama und Papa vor mir versteckt? Er guckt mich mitleidig an, legt eine Hand auf meine. „Morgen gehst du zur Schule. Ich habe dich schon angemeldet. Hat dein Vater etwas hinterlassen?“ „Eine große Kiste“, murmle ich. „Aus dem verbotenen Zimmer.“ „Hol sie herunter und öffne sie“, sagt er ruhig. Ich schleppe sie die Treppe hinunter, stelle sie auf den Tisch. Die Schnitzereien glänzen nun im Lampenlicht, und mit zitternden Fingern löse ich das Schloss. Der Deckel springt auf, enthüllt Dutzende kleiner Kisten in allen Größen, beschriftet mit Papas Handschrift. Eine trägt die Aufschrift „Schuluniform“. Was? Wie das? Woher wusste er das?, rast durch meinen Kopf, als ich sie herausnehne und öffne. Der Stoff schimmert platinfarben, eine Bluse, die eng anliegen wird, ein Rock mit silbernem Saum, Schuhe mit versteckten Schnallen. Etwas in mir vibriert, als ich den Stoff berühre – ein Ziehen, tiefer als zuvor, und draußen heult der Wind auf, als wollte er antworten.

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Chapter 3
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Der platinfarbene Stoff der Uniform liegt weich in meiner Hand, und das Vibrieren in meiner Brust wird stärker, als ob ein unsichtbarer Faden daran zerrt. Meine Haut kribbelt, ein warmes Ziehen breitet sich aus, das mich atemlos macht. Großvater lehnt sich vor, seine bernsteinfarbenen Augen mustern die Uniform mit einem wissenden Lächeln....

Der platinfarbene Stoff der Uniform liegt weich in meiner Hand, und das Vibrieren in meiner Brust wird stärker, als ob ein unsichtbarer Faden daran zerrt. Meine Haut kribbelt, ein warmes Ziehen breitet sich aus, das mich atemlos macht. Großvater lehnt sich vor, seine bernsteinfarbenen Augen mustern die Uniform mit einem wissenden Lächeln. „Das ist deine neue Schuluniform, Kimiko“, sagt er ruhig, seine Stimme ein tiefer, beruhigender Klang inmitten des prasselnden Feuers. „Kingshade Academy, mein Kindchen. Die beste Eliteakademie in diesem Land. Deine Eltern waren bemerkenswert – wie haben sie es nur geschafft, dich dorthin zu bringen? Sie ist unübertroffen, ein Ort, wo das Schicksal seine Fäden spinnt.“ Ich starre ihn an, die Worte hallen in mir nach. Kingshade? Papa hat das gewusst, bevor ich je davon hörte. Meine Finger gleiten über den silbernen Saum des Rocks, und das Prickeln intensiviert sich, jagt Schauer über meinen Rücken. „Kingshade...“, murmle ich, doch Großvater hebt die Hand, sein Blick wird nachdenklich. „Ist da noch etwas in der Kiste? Schau nach, vielleicht hat dein Vater mehr hinterlassen.“ Ich nicke mechanisch, stelle die Uniform beiseite und taste tiefer in die Polsterung der großen Truhe. Zwischen den kleinen Kistchen finde ich ein gefaltetes Papier, vergilbt und mit einer verblassten Handschrift bedeckt. Mein Herz stockt, als ich es entfalte – das ist Mamas Schrift, diese schwungvollen Buchstaben, die ich aus alten Briefen kenne. Zitternd beginne ich vorzulesen, meine Stimme bricht bei den ersten Worten. „Ich wünschte, ich wäre jetzt dabei... aber das wird wohl nicht sein, nicht wahr, meine kleine Panther?“ Panther? Der Name trifft mich wie ein Blitz. Mama nannte mich immer so, in ihren Geschichten, ihren Streicheleinheiten, obwohl ich nie verstand, warum. Tränen steigen auf, während ich weiterlese, lauter jetzt, als müsste ich die Worte greifbar machen. „Du wirst ab Morgen auf die beste Eliteakademie Kingshade gehen. Das Schicksal hat so entschieden. Mein Kind, noch etwas ganz Wichtiges musst du noch erfahren, aber ich habe nicht mehr viel Zeit. Dein Großvater wird dir dann die Details erzählen. Also, du bist nicht normal, du bist kein Mensch – als zum Teil. Und alle anderen in meiner Heimatstadt, wo du gerade bist, sind alle keine Menschen, so wie ich. Hier in diesem Land, in den Schulen, herrscht der Schein. Du und ich, Großvater – wir sind Gestaltdwandler.“ Die Worte hängen schwer in der Luft, das Feuer knistert lauter, als wollte es protestieren. Gestaltdwandler? Kein Mensch? Mein Puls rast, das Ziehen in meiner Brust explodiert zu einem heißen Pochen, das durch meinen ganzen Körper jagt. Ich starre auf den Brief, Mamas Worte brennen sich ein, und draußen heult der Wind schärfer, als ob die Nacht zuhört. Großvater atmet tief ein, sein Gesicht erblasst leicht, während er eine Hand ausstreckt, um den Brief zu berühren. Seine Finger zittern kaum merklich, und in seinen Augen flackert etwas Altes, Wildes auf.

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