Gestrandete Hoffnung
Public Story

Gestrandete Hoffnung

Die Sonne brennt gnadenlos auf das Atoll Arcturus herab, ein vergessenes Fleckchen Pazifik, das die Apokalypse verschont hat – oder vielleicht nur ausgespuckt. Wellen peitschen gegen die Korallenriffe, und der Salzgestank mischt sich mit dem fauligen Geruch verrottender Algen und dem beißenden Rauch ferner Lagerfeuer.

blondes.Yvi27
Authorblondes.Yvi27
Created21. April 2026
Chapters3

Story context

World description

Universe: Endzeit, Apokalypse

Initial situation

The story is "island" themed. The name of the start setting starts with a "A".

Chapter samples

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Chapter 1
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Die Sonne brennt gnadenlos auf das Atoll Arcturus herab, ein vergessenes Fleckchen Pazifik, das die Apokalypse verschont hat – oder vielleicht nur ausgespuckt. Wellen peitschen gegen die Korallenriffe, und der Salzgestank mischt sich mit dem fauligen Geruch verrottender Algen und dem beißenden Rauch ferner Lagerfeuer. Ich taste über meine...

Die Sonne brennt gnadenlos auf das Atoll Arcturus herab, ein vergessenes Fleckchen Pazifik, das die Apokalypse verschont hat – oder vielleicht nur ausgespuckt. Wellen peitschen gegen die Korallenriffe, und der Salzgestank mischt sich mit dem fauligen Geruch verrottender Algen und dem beißenden Rauch ferner Lagerfeuer. Ich taste über meine Haut, spüre den Schweißfilm, der sich mit dem Sand vermengt, hellblondes Haar klebt mir schulterlang ins Gesicht. Mein Outfit – ein enges schwarzes Top, das meine Kurven betont, und eine Hotpants, die schon bessere Tage gesehen hat – fühlt sich klebrig an, aber es ist immer noch sexy genug, um Blicke auf sich zu ziehen. Braune Augen scannen die Umgebung: Palmenstümpfe, die von Stürmen geknickt wurden, improvisierte Hütten aus Treibholz und Plastikplanen, und dazwischen Gestalten, die sich in der Hitze regen. Ich hocke am Rand eines flachen Lagers, wo der Sand noch warm von der Nacht glüht. Hard-Tekk dröhnt aus einem Generator-betriebenen Soundsystem, basslastig und pulsierend, als wollte es die Welt neu starten. Amphetamin kribbelt noch in meinen Adern, ein Rest vom letzten Rausch, der mich wach hält, trotz der Erschöpfung. Chemie und Physik haben mich immer fasziniert – die Moleküle tanzen wie in einem chaotischen Experiment, das außer Kontrolle geraten ist. Die Apokalypse hat das nur beschleunigt: Viren, Strahlung, Zusammenbrüche, alles ein großer Kettenreaktor. Bei drei hatte mich der Autounfall geprägt, Mutter im Koma, Vater mit künstlicher Hüfte – seither suche ich den Kick, um den Schock zu übertönen. Mario war mein Feuer mit zwanzig, pure Leidenschaft, bis die Welt unterging. Ein Schatten fällt über mich. Psycho. Er lehnt sich gegen eine Palme, sein Körper sehnig und tätowiert, dunkle Haare zerzaust vom Wind. Geboren '80 in der DDR, Wende-Junge, jetzt hier auf Arcturus, wo er Tussi traf und nie mehr wegkam. Narzisst durch und durch, Frauenheld mit einem Grinsen, das verspricht, was es nie hält. Seine Augen mustern mich gierig, während er eine Line Kokain auf dem Handrücken vorbereitet. „Erotica, Süße“, sagt er mit rauer Stimme, die den Bass übertönt, „du siehst aus, als bräuchtest du Nachschub. Die Welle da draußen frisst Schiffe, aber hier feiern wir weiter.“ Er schnieft die Line hoch, reicht mir den kleinen Beutel. Seine Finger streifen meine, warm und schwielig, ein Funke von Gefahr und Lust. Ich lache frech, unverschämt wie immer. „Psycho, du alter Hengst, als ob du weißt, was ich brauche.“ Nehme den Beutel, spüre das Pulver fein unter den Nägeln. Die Insel pulsiert: Schreie von Kindern, die im flachen Wasser planschen, das ferne Röhren eines Motors – vielleicht Scavs von den äußeren Riffen. Arcturus ist unser Refugium, ein Atoll mit Süßwasserquellen und genug Treibgut, um zu überleben. Aber Gerüchte kursieren: Andere Inseln hungern, Piraten greifen an, und im Inneren des Rings lauert etwas im Dschungel, das nicht menschlich ist. Ich lehne mich zurück, der Sand knirscht unter mir, und atme tief ein. Die Musik vibriert in meiner Brust, weckt den Hunger nach mehr – nach Drogen, nach Sex, nach dem nächsten Beat. Psycho rückt näher, sein Atem heiß an meinem Ohr, Hand auf meinem Oberschenkel. Die Woge der Wärme mischt sich mit dem Rausch, und plötzlich knackt es im Unterholz, ein Schatten huscht vorbei. Seine Finger verkrampfen sich, Augen weiten sich. „Scheiße, das war nah.“

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Chapter 2
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Psychos Finger graben sich einen Sekundenbruchteil tiefer in meinen Oberschenkel, bevor er sie abrupt wegreißt, als hätte ihn ein Stromschlag getroffen. Sein Gesicht versteinert, die gierig funkelnden Augen werden schmal, fixieren das dichte Unterholz am Rand der Palmenstümpfe. Der Bass aus dem Soundsystem pocht weiter, unerbittlich, misc...

Psychos Finger graben sich einen Sekundenbruchteil tiefer in meinen Oberschenkel, bevor er sie abrupt wegreißt, als hätte ihn ein Stromschlag getroffen. Sein Gesicht versteinert, die gierig funkelnden Augen werden schmal, fixieren das dichte Unterholz am Rand der Palmenstümpfe. Der Bass aus dem Soundsystem pocht weiter, unerbittlich, mischt sich mit dem Rauschen der Wellen, die flach und träge gegen das Riff klatschen. Sand knirscht unter seinen Schuhen, als er sich halb aufrichtet, den Körper gespannt wie eine Feder, die jeden Moment schnellt. „Verdammt, das klang nach Fleisch“, flüstert er heiser, die Stimme ein Knurren, das den Hard-Tekk kaum durchdringt. Seine tätowierten Unterarme spannen sich an, eine Vene pocht sichtbar am Hals, während er mit der freien Hand in die Tasche seiner zerfetzten Shorts greift – nach dem bowieartigen Messer, das er immer bei sich trägt, rostig vom Salz, aber scharf genug für Arbeit. Der Kokainbeutel baumelt noch in meiner Faust, feines Pulver rieselt heraus, vermischt sich mit dem Schweiß auf meiner Haut. Amphetamin feuert meine Synapsen hoch, Adrenalin überlagert den Rausch: Herz rast, als wollte es aus der Brust springen, der klebrige Stoff meines Tops klebt enger, Sand kratzt bei jeder Bewegung. Ich kauere da, Muskeln bereit zum Sprung, braune Augen huschen über das Gelände – die improvisierten Hütten zwanzig Meter entfernt, wo Schatten von Feiernden tanzen, Kinder planschen im flachen Wasser, ahnungslos. Chemie in meinem Kopf tickt: Schallwellen, reflektiert vom Laub, Geschwindigkeit eines heranschleichenden Körpers, vielleicht 1,7 Meter pro Sekunde, wenn es menschlich ist. Oder schneller, wenn nicht. Der Dschungel im Ringinneren flüstert Gerüchte – Mutierte, Piraten-Scavs, Dinge, die die Apokalypse ausgespien hat. Psychos Brust hebt und senkt sich stoßweise, sein Atem riecht nach Kokain und Salz, Schweißperlen rollen über seine zerzausten dunklen Haare. Er wirft mir einen Seitenblick zu, intensiv, fordernd: „Beutel weg, Süße. Deckt mich.“ Meine Finger zucken, der Beutel wandert blitzschnell in die Hotpants, wo er sicher sitzt, gegen die Hitze der Haut gepresst. Der Sand unter mir fühlt sich plötzlich wie eine Falle an, warm und nachgiebig, während die Sonne unbarmherzig sticht. Psychos Messer blitzt auf, als er es zieht, die Klinge fängt das Licht ein, wirft Schatten auf sein sehniges Gesicht. Seine Lippen verziehen sich zu einem grimmigen Strich, keine Spur mehr vom Womanizer-Grinsen – nur der Jäger, der er in der DDR gelernt hat zu sein, Kassel-Junge, der hier überlebt hat, indem er zuschlug, bevor zugeschlagen wurde. Ein weiteres Knacken, näher diesmal, Blätter rascheln wie unter vorsichtigen Schritten. Psychos Schultern zucken vor, er duckt sich tiefer, das Messer erhoben. Seine freie Hand signalisiert mir: Runter. Der Bass vibriert durch den Boden, übertönt fast das Atmen eines Unsichtbaren. Etwas Dunkles schiebt sich durchs Laub, ein Umriss, humanoid, aber geduckt. Psychos Augen weiten sich minimal, ein Hauch von Schweiß glänzt auf seiner Oberlippe.

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Chapter 3
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Ich presse mich tiefer in den warmen Sand, der durch den Saum meiner Hotpants kriecht, Körner beißen in die Haut wie winzige Zähne. Psychos Signal hallt in meinen Muskeln nach – runter, und ich gehorche instinktiv, die Schultern gekrümmt, braune Augen hochgerissen auf den Unterholzrand. Der Bass aus dem Soundsystem dröhnt dumpf durch mein...

Ich presse mich tiefer in den warmen Sand, der durch den Saum meiner Hotpants kriecht, Körner beißen in die Haut wie winzige Zähne. Psychos Signal hallt in meinen Muskeln nach – runter, und ich gehorche instinktiv, die Schultern gekrümmt, braune Augen hochgerissen auf den Unterholzrand. Der Bass aus dem Soundsystem dröhnt dumpf durch meine Rippen, ein stählerner Puls, der den harten Tekk-Beat mit dem nahenden Rascheln vermengt. Amphetamin jagt weiter durch meine Adern, schärft die Sinne bis zum Schmerz: Jeder Blattzug, jedes Knacken registriert sich wie eine Formel in meinem Kopf – Schallgeschwindigkeit 343 Meter pro Sekunde, gedämpft durch Feuchtigkeit im Laub, Entfernung schrumpfend auf unter fünf Meter. Psychos Messerarm zuckt vor, die Klinge ein rostiger Blitz in der Sonne, während er sich katzenhaft abstößt. Sein Schweißgestank mischt sich mit Salzluft, ein scharfer Hauch Kokain auf seinem Atem, der mich trifft, als er vorbeihuscht. „Komm raus, du Scheiße!“, knurrt er, Stimme rau wie Schmirgelpapier, unterlegt vom Pochen des Generators. Seine tätowierten Muskeln spannen sich, Adern treten hervor wie Kabel unter der Haut – der Jäger aus Kassel, der in der DDR gelernt hat, nicht zu zögern. Der Umriss bricht vollends durch: Ein Mann, mager wie ein Treibgutgerippe, Haut fleckig von Sonne und Infektionen, zerfetzte Lumpen hängen von knochigen Schultern. Kein Mutant, kein Pirat – ein Scav, Augen wild und glasig, Zähne gebleckt in einem irren Grinsen. In seiner Faust ein improvisierter Speer aus Treibholz, gespitzt mit Rostsplittern, tropfend von irgendwas Dunklem. Er springt gleichzeitig mit Psychos Vorstoß, ein stoßweises Keuchen entweicht seiner Kehle, vermischt mit dem Wellenrauschen. Psycho weicht dem ersten Hieb aus, der Speer pfeift haarscharf über seine Schulter, reißt Stoff und Haut auf – Blut quillt sofort, ein warmer Spritzer trifft meinen Arm, klebrig und metallisch. Mein Herz hämmert synchron zum Tekk, Adrenalin überflutet die Synapsen, chemische Kettenreaktion: Fluchtimpuls kämpft gegen Kampfreflex, Muskeln zittern vor Bereitschaft. Der Sand explodiert unter ihren Füßen, feine Wolken steigen auf, beißen in die Augen, während Psycho kontert. Seine Klinge saust herab, trifft den Scav-Arm mit einem feuchten Klatschen, Fleisch teilt sich, der Speer fällt klappernd. Der Typ brüllt auf, ein gurgelnder Schrei, der durch den Bass schneidet wie eine Säge, taumelt zurück, presst die Hand auf die klaffende Wunde. Blut sickert zwischen Fingern hervor, färbt den Sand dunkel. Psychos Brust pumpt, Schweiß rinnt in Strömen über sein Gesicht, mischt sich mit dem Blut an seiner Schulter – er wischt es mit dem Unterarm weg, ohne den Blick vom Feind zu lösen. Seine Lippen beben minimal, ein Hauch von Triumph in den schmalen Augen, aber die Kiefer mahlen: Noch nicht erledigt. Der Scav wankt, greift blind nach einem Stein, Augen fixieren uns beide, Wahnsinn darin wie offene Wunden. Meine Finger umklammern den Beutel in der Hotpants, Pulverfeuchtigkeit sickert durch den Stoff, während ich mich aufrichte, Muskeln brennen von der Hocke. Der Generator-Bass dröhnt lauter, als ob er den Kampf antreibt, Wellen klatschen höher ans Ufer. Psycho spannt sich neu, Messer erhoben, ein Tropfen seines Blutes fällt zischend in den Sand. Der Scav stürmt erneut vor, Stein erhoben, sein Atem rasselt wie ein defekter Motor.

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