
Erotica: Null Acht Fuffzehn
Die Neonröhren der Lust-Oase 0815 zucken wie sterbende Glühwürmchen. Jeder Flackernschlag ist ein Stich in Yvonnes Schädel.
Story context
World description
Die Neonröhren der Lust-Oase 0815 flackern unbarmherzig. Ihr Licht spiegelt sich in der polierten Chromoberfläche der Liege, an der du gefesselt bist. Deine Handgelenke schmerzen, der metallische Geruch von Blut liegt in der Luft. Dreißig Jahre. Dreißig Jahre sollst du hier verbringen, gefügig gemacht, ein Spielzeug für die zahlenden Gäste dieser Weltraumstation. Eine Strafe, die dich brechen soll. Yvonne alias Erotica, einst ...
Initial situation
Die Neonröhren des "Atom Eve" flackern unheilvoll, als du, Lolita, durch die Überreste deines Imperiums schreitest. Die Welt, wie du sie kanntest, ist längst Asche. Ein nuklearer Winter hat sich über die Erde gelegt, und dein Nachtclub, dein Bordell, deine Bar – alles, was dir einst so viel bedeutet hat – sind nur noch surreal anmutende Ruinen in einer apokalyptischen Landschaft. Dein Make-up, trotz der Umstände noch immer ta...
Objective
Schizophrenie
Character introduction

Erotica
Role: Gefangene im Kampfschiff und Gefangenen Transport . wie wurde zur Sexarbeiterin bestraft. Gefangene im Kampfschiff und GefangenenCaptain von der Lex das große Kampf Schiff. Gefangene und auf Flucht. sie wird verurteilt. ihre Bestrafung sie wird zu...
Chapter samples
1Chapter 1▾
Die Neonröhren der Lust-Oase 0815 zucken wie sterbende Glühwürmchen. Jeder Flackernschlag ist ein Stich in Yvonnes Schädel. Ihre Handgelenke brennen, die Metallringe graben sich tiefer in die Haut, während sie an der polierten Chromoberfläche der Liege zerrt. Dreißig Jahre. Der Gedanke ist eine kalte Dusche, die ihre aufkeimende Wut zu er...
Die Neonröhren der Lust-Oase 0815 zucken wie sterbende Glühwürmchen. Jeder Flackernschlag ist ein Stich in Yvonnes Schädel. Ihre Handgelenke brennen, die Metallringe graben sich tiefer in die Haut, während sie an der polierten Chromoberfläche der Liege zerrt. Dreißig Jahre. Der Gedanke ist eine kalte Dusche, die ihre aufkeimende Wut zu ersticken droht. Dreißig Jahre als Spielzeug. Dreißig Jahre in diesem verdammten Irrenhaus. Betäubungsmittelnebel hängt noch in ihren Gedanken, doch die Erinnerungen drängen sich unerbittlich nach vorn: Marios grölendes Lachen, der hämmernde Bass von „Gebrüder Brett“ und der süßliche Duft von Haze. Kassel. Ihre Stadt. Ihr Leben. Dann die Bilder von zerberstendem Beton, von Feuer und Tod. H2O SVW. Die chemische Waffe. Ihre Schuld. Sie spürt sie. Die Blicke. Gierig, abwertend, lüstern. Sie sind wie Kakerlaken, die aus den Ritzen kriechen. Die Lust-Oase 0815. Ein Labyrinth aus Korridoren, wo das Stöhnen der Verzweiflung mit dem Gackern der Genugtuung verschmilzt. Ein Ort, an dem Träume sterben und Würde für Credits verkauft wird. Yvonne alias Erotica, einst gefürchtete Kartellchefin, Captain der Lex, ist jetzt nur noch eine Ware. Eine Nummer. Doch tief in ihr, unter der Schicht aus Drogen und Demütigung, glimmt ein Funke. Ein Funke, der schreit: „Nicht mit mir!“ Sie presst die Lider zusammen, konzentriert sich auf den Schmerz, der sie am Leben erhält. Sie spürt die Kälte des Metalls unter ihren Handgelenken, hört das leise Zischen der Lebenserhaltungssysteme. Sie ist gefangen, ja. Aber sie ist noch nicht gebrochen. Noch nicht. Ein Schatten fällt über sie. Eine Gestalt, gehüllt in den synthetischen Nebel billigen Parfüms und kalter Geschäftsmäßigkeit. Er beugt sich vor, sein Atem streift ihr Ohr. "Nummer 47? Dein erster Kunde wartet." Seine Worte sind ein Schlag ins Gesicht. Eine Erinnerung an das, was ihr bevorsteht. Aber in seinen Augen, für einen winzigen Moment, blitzt etwas anderes auf. Furcht? Mitleid? Oder ist es nur die Spiegelung ihrer eigenen Verzweiflung? Der Mann löst die Fesseln an ihren Füßen. Yvonne steht auf wackligen Beinen, ihr Blick fixiert auf den Mann. Nutzt du die Gelegenheit zur Flucht oder gehst du mit ihm, um einen Moment der Schwäche auszunutzen?
2Chapter 2▾
Sie schwankt kurz, die Chromoberfläche dient als Stütze, während sie sich innerlich für Letzteres entscheidet. Sie nickt kaum merklich. "Führ mich zu ihm", haucht sie, ihre Stimme rau und brüchig. Der Mann, dessen Name vielleicht irrelevant ist, aber dessen Furcht sie schmecken kann, mustert sie überrascht. Er hatte wohl Widerstand erwar...
Sie schwankt kurz, die Chromoberfläche dient als Stütze, während sie sich innerlich für Letzteres entscheidet. Sie nickt kaum merklich. "Führ mich zu ihm", haucht sie, ihre Stimme rau und brüchig. Der Mann, dessen Name vielleicht irrelevant ist, aber dessen Furcht sie schmecken kann, mustert sie überrascht. Er hatte wohl Widerstand erwartet. Ergriffen von der Situation deutet er mit einer zögerlichen Handbewegung zum Ausgang des Raumes. "Folge mir", sagt er und seine Stimme bebt leicht. Er wendet sich ab, sein Rücken eine Leinwand der Nervosität. Der Gang ist schmal, die Wände pulsieren in einem kranken Farbspiel. Gedämpftes Stöhnen und Gelächter sickert aus den angrenzenden Kabinen. Es riecht nach billigem Desinfektionsmittel und Verzweiflung. Yvonne folgt dem Mann, ihre Sinne sind geschärft. Jeder Schritt wird kalkuliert, jede Bewegung ist eine mögliche Waffe. Sie registriert jedes Detail: Die Anordnung der Kabinen, die Position der Überwachungskameras, die Fluchtwege. Ihr Verstand rattert, entwirft Pläne, verwirft sie wieder. Geduld. Sie muss geduldig sein. Ein falscher Schritt und alles ist vorbei. Der Mann bleibt vor einer Kabine mit der Nummer 13 stehen. Eine Unglückszahl, denkt Yvonne, ein passendes Omen. Er drückt einen Knopf, eine leise Melodie ertönt. "Dein Kunde", sagt er, ohne sie anzusehen. "Viel Glück." Er dreht sich um und verschwindet den Gang zurück. Yvonne spürt seinen Blick in ihrem Rücken, eine Mischung aus Angst und Erleichterung. Sie atmet tief durch, sammelt ihre Kräfte. Dann drückt sie die Klinke herunter und betritt die Kabine. Der Raum ist spartanisch eingerichtet: Ein Bett, ein Tisch, ein Bildschirm an der Wand. Und ein Mann. Er sitzt auf dem Bett, das Gesicht im Schatten verborgen. Er dreht sich langsam um, als sie eintritt. Seine Augen fixieren sich auf sie, kalt und berechnend. "Endlich", sagt er, seine Stimme ist tief und rau. "Ich habe auf dich gewartet, Erotica."
3Chapter 3▾
Ein Schauer läuft Yvonne über den Rücken, als sie den Namen hört, ihren Namen, der in diesem Kontext so fremd und doch so vertraut klingt. Sie mustert den Mann, versucht, ihn zu lesen, doch sein Gesicht ist eine Maske. "Wer bist du?", fragt sie, ihre Stimme ist ruhig, aber fest. Sie weiss, dass dies ein Spiel ist, ein gefährliches Spiel,...
Ein Schauer läuft Yvonne über den Rücken, als sie den Namen hört, ihren Namen, der in diesem Kontext so fremd und doch so vertraut klingt. Sie mustert den Mann, versucht, ihn zu lesen, doch sein Gesicht ist eine Maske. "Wer bist du?", fragt sie, ihre Stimme ist ruhig, aber fest. Sie weiss, dass dies ein Spiel ist, ein gefährliches Spiel, und sie ist bereit, es zu spielen. Der Mann lächelt, ein kalter, unbarmherziger Ausdruck. "Das ist unwichtig", sagt er. "Wichtig ist, dass du hier bist. Dass du meine Wünsche erfüllst." Yvonne tritt näher, ihre Augen scannen den Raum. Sie sucht nach Hinweisen, nach Anzeichen von Gefahr. "Welche Wünsche?", fragt sie. "Das wirst du schon sehen", antwortet er, und seine Augen gleiten über ihren Körper. "Aber zuerst... erzähl mir von dir, Erotica. Erzähl mir von deinen Träumen, deinen Sehnsüchten." Yvonne spürt einen Stich der Verachtung. Er will sie spielen lassen, sie in eine Rolle zwängen. Aber sie ist nicht irgendeine Hure. Sie ist Yvonne, Captain der Lex, und sie wird sich nicht unterkriegen lassen. "Meine Träume sind meine Sache", sagt sie, ihre Stimme ist eisig. "Und meine Sehnsüchte sind nicht käuflich." Der Mann lacht, ein heiseres, unangenehmes Geräusch. "Oh, aber alles ist käuflich, Erotica. Alles hat seinen Preis." Er steht auf und geht langsam auf sie zu. "Sogar deine Würde." Yvonne weicht nicht zurück. Sie blickt ihm in die Augen, ihre Miene ist unerschrocken. "Meine Würde ist unverkäuflich", sagt sie. "Und du wirst sie dir auch nicht nehmen." Er bleibt vor ihr stehen, sein Gesicht ist nur noch Zentimeter von ihrem entfernt. Sie kann seinen Atem spüren, seinen widerlichen Geruch. "Das werden wir ja sehen", flüstert er. Seine Hand gleitet zu ihrem Hals. "Das werden wir ja sehen, Erotica."




