
Tarnograds Echo
Die Neonröhren der "Lust-Oase 0815" flackern unheilvoll, während ich, Yvonne, genannt Erotica, durch die sterilen Gänge schwebe. 30 Jahre soll ich hier verbringen, verurteilt zu sexueller Dienstleistung, gefügig gemacht für die endlosen Bedürfnisse der zahlenden Kundschaft.
Story context
World description
Universum f\u00fcr diese Geschichte: Endzeit
Objective
Die unbekannte Dimension
Character introduction

ki Erotica
Role: cheffin beim Drogenkartell, Captain von der Lex das große Kampf Schifflolita lebt in Kassel dort trifft sie den Mario und verliebt sich in ihn, während sie in die Welt des Tanzes und der sozialen Ungleichheit eintaucht. lebt sie das Leben volle...
Chapter samples
1Chapter 1▾
Die Neonröhren der "Lust-Oase 0815" flackern unheilvoll, während ich, Yvonne, genannt Erotica, durch die sterilen Gänge schwebe. 30 Jahre soll ich hier verbringen, verurteilt zu sexueller Dienstleistung, gefügig gemacht für die endlosen Bedürfnisse der zahlenden Kundschaft. Eine Strafe für meine Vergangenheit als Chefin eines Drogenkartel...
Die Neonröhren der "Lust-Oase 0815" flackern unheilvoll, während ich, Yvonne, genannt Erotica, durch die sterilen Gänge schwebe. 30 Jahre soll ich hier verbringen, verurteilt zu sexueller Dienstleistung, gefügig gemacht für die endlosen Bedürfnisse der zahlenden Kundschaft. Eine Strafe für meine Vergangenheit als Chefin eines Drogenkartells in Kassel, eine Vergangenheit, die so fern scheint wie die Erde selbst. Ich betrachte mein Spiegelbild in einer polierten Metallwand. Hellblondes Haar, das ich mühsam zu einem Zopf gebunden habe, braune Augen, die die Müdigkeit und den Ekel kaum verbergen können. Ich bin vierzig, aber im künstlichen Licht dieser Raumstation wirke ich jünger, ein makabres Geschenk meiner Verurteilung. Die Luft vibriert mit dumpfen Bässen und gedämpften Stöhnen. Die "Lust-Oase" ist ein lebender Organismus, ein Schlund, der Begierde und Verzweiflung verschlingt. Ich hasse es hier. Ich hasse die synthetischen Düfte, die billigen Pheromon-Imitate, die überall versprüht werden. Ich hasse die Blicke, die mich taxieren, die Hände, die mich berühren wollen. Plötzlich vibriert mein Handgelenk-Implantat. Eine Nachricht. Ein Treffen im Maschinenraum, Sektion 7. Keine Absenderkennung. Misstrauen steigt in mir auf, aber ich bin gezwungen, zu gehorchen. Auf dieser Station wird Befehlen Folge geleistet. Der Maschinenraum ist ein Labyrinth aus Rohren und Kabeln, der Geruch von Öl und verbranntem Metall liegt in der Luft. Im Schatten erkenne ich eine Gestalt. Ein Mann. Nicht einer der üblichen Freier. Er hat dunkle Haare und stechende Augen. Es ist Mario. Mario, den ich in Kassel geliebt habe. Mario, der mich verraten hat. "Was willst du?", frage ich, meine Stimme ein kaum hörbares Flüstern. "Ich hole dich hier raus, Yvonne", sagt er. "Ich habe einen Plan. Aber er ist riskant." Er erzählt von einem Frachter, der in Kürze an der "Lust-Oase" andocken wird. Ein Schiff der Lex, einem riesigen Kampfschiff. Er will mich an Bord schmuggeln. Von dort aus könnten wir fliehen, in die Tiefen des Weltraums, vielleicht sogar zurück zur Erde, falls davon noch etwas übrig ist, nach den verheerenden H2o SVW-Angriffen. "Es wird nicht einfach", sagt Mario. "Wir müssen an der gesamten Sicherheitsmannschaft vorbei. Und Captain Reiner wird uns nicht einfach so gehen lassen. Bist du dabei?" Kann ich Mario vertrauen? Ist das meine Chance, diesem Albtraum zu entkommen, oder laufe ich direkt in eine neue Falle? Was soll ich tun?
2Chapter 2▾
Das Misstrauen nagt an mir, doch die Sehnsucht nach Freiheit ist stärker. ´Ich bin dabei´, sage ich, meine Stimme fester als erwartet. Mario nickt, ein kurzer, fast unmerklicher Zug umspielt seine Lippen. ´Gut. Der Frachter dockt in zwei Stunden an. Wir treffen uns in der Wäscherei, Ebene 4. Bring eine Uniform mit.´ Er verschwindet so plö...
Das Misstrauen nagt an mir, doch die Sehnsucht nach Freiheit ist stärker. ´Ich bin dabei´, sage ich, meine Stimme fester als erwartet. Mario nickt, ein kurzer, fast unmerklicher Zug umspielt seine Lippen. ´Gut. Der Frachter dockt in zwei Stunden an. Wir treffen uns in der Wäscherei, Ebene 4. Bring eine Uniform mit.´ Er verschwindet so plötzlich, wie er gekommen ist, und lässt mich mit einem Wirbelwind widersprüchlicher Gefühle zurück. Zwei Stunden. Wenig Zeit, um einen Ausbruch vorzubereiten. Ich eile zurück zu meiner Kabine, einem spartanischen Verschlag, der kaum mehr als ein Bett und einen Spind bietet. Ich öffne den Spind und betrachte die wenigen Habseligkeiten, die mir geblieben sind: ein paar abgetragene Kleidungsstücke, ein vergilbtes Foto meiner Eltern, Jochen und Rosi, und ein kleines, fast vergessenes Andenken an meinen Bruder Patrick, alias emiZy. Es ist ein zerknitterter Zettel mit ein paar Zeilen aus seinem Track ´Richtung Kassel´. Ein bitteres Lächeln huscht über mein Gesicht. Kassel. Eine andere Welt, ein anderes Leben. Ich nehme eine der grauen Arbeitsuniformen, die hier Standard sind. Sie riecht nach Desinfektionsmittel und Hoffnungslosigkeit. Ich stopfe das Foto meiner Eltern und den Zettel von Patrick in eine Innentasche. Dann mache ich mich auf den Weg zur Wäscherei. Ebene 4 ist ein lauter, dampfender Ort. Industriewaschmaschinen dröhnen, während unzählige Uniformen und Handtücher durch die Mangel geschleust werden. Ich entdecke Mario in einer dunklen Ecke, er trägt ebenfalls eine Uniform. Er deutet auf eine Wartungstür. ´Dahinter ist ein Schacht, der direkt zum Frachtraum führt. Wir müssen uns beeilen.´ Wir zwängen uns durch die enge Tür in den dunklen Schacht. Die Luft ist stickig und voller Staub. Wir klettern nach unten, vorsichtig, um keinen Lärm zu machen. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir eine Luke. Mario öffnet sie vorsichtig. Dahinter liegt der Frachtraum. Er ist riesig und unübersichtlich, vollgepackt mit Kisten und Containern. ´Der Frachter ist gleich da´, flüstert Mario. ´Wir müssen uns verstecken, bis er angedockt hat.´ Wir suchen uns ein Versteck zwischen zwei riesigen Containern. Die Minuten ziehen sich wie Kaugummi. Dann spüre ich ein leises Rucken. Der Frachter hat angedockt. Die Ladeklappen öffnen sich mit einem lauten Zischen. Plötzlich höre ich Stimmen. Zwei Wachen patrouillieren durch den Frachtraum. Sie sind schwer bewaffnet. ´Habt ihr was gehört?´, fragt einer der Wachen. ´Nur die Ratten´, antwortet der andere. ´Aber wir sollten trotzdem nachsehen.´ Sie kommen näher. Unser Versteck ist aufgeflogen. Mario greift nach einem herumliegenden Metallrohr. Wir sind entdeckt. Die Wachen heben ihre Waffen. Jetzt muss eine Entscheidung fallen, bevor die Wachen das Feuer eröffnen.
3Chapter 3▾
Die Zeit scheint stillzustehen. Ich spüre das Adrenalin in meinen Adern rasen. Mario stürmt mit dem Metallrohr vorwärts, ein wütender Schrei entfährt seiner Kehle. Ich zögere nicht. Ich springe aus unserem Versteck und renne auf die Wachen zu. Überraschung ist unsere einzige Waffe. Eine der Wachen reagiert schnell und feuert. Der Schuss v...
Die Zeit scheint stillzustehen. Ich spüre das Adrenalin in meinen Adern rasen. Mario stürmt mit dem Metallrohr vorwärts, ein wütender Schrei entfährt seiner Kehle. Ich zögere nicht. Ich springe aus unserem Versteck und renne auf die Wachen zu. Überraschung ist unsere einzige Waffe. Eine der Wachen reagiert schnell und feuert. Der Schuss verfehlt mich knapp, aber ich spüre den heißen Luftzug an meinem Ohr. Ich erreiche die Wache, bevor sie einen weiteren Schuss abgeben kann. Mit aller Kraft schlage ich ihr ins Gesicht. Sie taumelt zurück, ihre Waffe fällt zu Boden. Mario hat die andere Wache überwältigt und ringt mit ihr am Boden. Ich schnappe mir die Waffe der ersten Wache und richte sie auf die zweite. ´Lasst ihn los!´, brülle ich. Die Wache gehorcht und hebt die Hände. Mario steht auf, schwer atmend. ´Wir müssen hier weg´, sagt er. ´Die Verstärkung ist gleich da.´ Wir rennen tiefer in den Frachtraum, auf der Suche nach einem Ausweg. Vor uns erblicken wir eine Tür, die mit einem digitalen Schloss gesichert ist. Mario versucht, das Schloss zu knacken, aber es ist zu kompliziert. ´Ich brauche mehr Zeit´, sagt er. ´Wir müssen sie aufhalten.´ Ich blicke mich um. In der Nähe steht ein Gabelstapler. Ohne zu zögern, springe ich auf den Fahrersitz und starte den Motor. Ich rase auf die Tür zu und ramme sie mit dem Gabelstapler. Metall quietscht und verbiegt sich, aber die Tür hält stand. Ich ramme sie erneut, diesmal mit mehr Wucht. Die Tür gibt nach und bricht auf. Dahinter verbirgt sich ein weiterer Gang. Wir rennen hindurch, verfolgt von den wütenden Schreien der Wachen. Wir erreichen eine Schleuse. Davor steht ein einzelner Wachmann. Er scheint überrascht, uns zu sehen. Ich zögere nicht. Ich hebe die Waffe und ziele. In diesem Moment blitzt etwas in seinem Blick auf. Es ist keine Feindseligkeit, sondern Angst. Er ist nur ein junger Mann, der seinen Job macht. Ich kann ihn nicht töten. Ich senke die Waffe. ´Wir wollen nur weg´, sage ich. ´Lasst uns gehen.´ Der Wachmann zögert, aber dann nickt er. Er öffnet die Schleuse. Dahinter liegt die Freiheit. Oder zumindest ein neuer Abschnitt unserer Flucht. Wir betreten die Schleuse. Hinter uns höre ich die Wachen näher kommen. Ich drücke den Knopf, um die äußere Tür zu schließen. Die Tür schließt sich mit einem lauten Knall. Wir sind in Sicherheit. Zumindest für den Moment. Vor uns liegt der endlose Weltraum. Die Lex wartet. Doch irgendetwas stimmt nicht. Ein rotes Warnlicht blinkt auf dem Bedienfeld der Schleuse. Ein lauter Alarm schrillt durch den Raum. Auf einem Bildschirm erscheint eine Nachricht: ´Quarantäne aktiviert. Kontamination festgestellt.´ Was bedeutet das? Welches schreckliche Geheimnis verbirgt die Lex? Ist die Flucht überhaupt noch möglich?




