
Chimera Nacht
Die Neonlichter des "Atomik Eden" flackern grell, ein letzter Aufschrei der Zivilisation inmitten der postapokalyptischen Ödnis. Du stehst auf der erhöhten Plattform, ein extravagantes Kleid aus recycelten Solarzellen, das in allen Farben des Regenbogens schimmert, während unter dir die Überlebenden tanzen.
Story context
World description
erde Endzeit
Initial situation
Apokalypse
Objective
erschrecken, Spannung, Humor
Chapter samples
1Chapter 1▾
Die Neonlichter des "Atomik Eden" flackern grell, ein letzter Aufschrei der Zivilisation inmitten der postapokalyptischen Ödnis. Du stehst auf der erhöhten Plattform, ein extravagantes Kleid aus recycelten Solarzellen, das in allen Farben des Regenbogens schimmert, während unter dir die Überlebenden tanzen. Oder das, was sie dafür halten....
Die Neonlichter des "Atomik Eden" flackern grell, ein letzter Aufschrei der Zivilisation inmitten der postapokalyptischen Ödnis. Du stehst auf der erhöhten Plattform, ein extravagantes Kleid aus recycelten Solarzellen, das in allen Farben des Regenbogens schimmert, während unter dir die Überlebenden tanzen. Oder das, was sie dafür halten. Staub liegt in der Luft, vermischt mit dem süßlichen Geruch von synthetischem Treibstoff und billigem Wodka. Lolita, so nennen dich die meisten, obwohl dein richtiger Name längst in den Annalen der vergessenen Welt verstaubt. Dein androgynes Aussehen, verstärkt durch das gewagte Make-up und die grell gefärbten Haare, ist ein Statement. Ein Statement gegen die Tristesse, gegen die Hoffnungslosigkeit, die wie ein bleierner Mantel über dieser Welt liegt. Du bist Eigentümerin dieses Etablissements, einer einzigartigen Mischung aus Nachtclub, Tanzpark, Bordell und Bar – ein letzter Hort der Dekadenz. Unten tobt das Leben. Mutanten, Cyborgs, ehemalige Büroangestellte mit leeren Augen, sie alle sind gekommen, um zu vergessen. Für eine Nacht, eine Stunde, einen einzigen Tanz. Die Musik pulsiert, ein aggressiver Mix aus Industrial und Dubstep, der von einem Generator angetrieben wird, der vermutlich mehr strahlt als er an Energie liefert. Du nippst an einem Drink, dessen Farbe an radioaktiven Schleim erinnert und dessen Geschmack ebenso fragwürdig ist. Deine Entdeckung, die dich einst berühmt gemacht hat – irgendwas mit destabilisierenden Quantenfeldern und resonierenden Frequenzen –, ist längst in Vergessenheit geraten. Jetzt geht es nur noch ums Überleben. Und darum, den Leuten hier einen Grund zu geben, weiterzumachen. Plötzlich verdunkelt sich das Licht. Ein ohrenbetäubendes Knacken zerreißt die Nacht. Panik bricht aus. Die Menge schreit, drängt, versucht, sich in Sicherheit zu bringen. Doch es gibt keine Sicherheit mehr. Nicht hier. Nicht irgendwo. Durch das zersplitterte Glasdach siehst du sie: Dunkle, schattenhafte Gestalten, die sich vom Himmel herabsenken. Ihre Umrisse verschwimmen mit dem Ruß und dem Staub. Sind es die Raider aus dem Norden, von denen man munkelt, sie würden nach Sklaven suchen? Oder etwas viel Schlimmeres, etwas, das in den Ruinen der alten Labore entstanden ist? Die ersten Schüsse fallen. Rotes Laserlicht durchbohrt die Dunkelheit. Der Tanz ist vorbei. Der Überlebenskampf beginnt. Was tust du? Greifst du nach dem Plasmawerfer unter dem Tresen und stellst dich den Eindringlingen entgegen, oder versuchst du, die verängstigte Menge in die unterirdischen Bunker zu treiben?
2Chapter 2▾
Du zögerst nicht. Instinktiv greifst du unter den Tresen, deine Finger schließen sich um den kühlen Griff des Plasmawerfers. Das Gewicht der Waffe in deiner Hand gibt dir ein Gefühl von Kontrolle zurück, inmitten des Chaos. Die Menge ist in blinde Panik verfallen, ein wogender, schreiender Haufen, der ziellos umherirrt. Wenn du sie jetzt ...
Du zögerst nicht. Instinktiv greifst du unter den Tresen, deine Finger schließen sich um den kühlen Griff des Plasmawerfers. Das Gewicht der Waffe in deiner Hand gibt dir ein Gefühl von Kontrolle zurück, inmitten des Chaos. Die Menge ist in blinde Panik verfallen, ein wogender, schreiender Haufen, der ziellos umherirrt. Wenn du sie jetzt in die Bunker treibst, werden viele zertrampelt werden. Es braucht eine Ablenkung, etwas, das die Aufmerksamkeit der Eindringlinge auf sich zieht. "Ruhe!", brüllst du über den Lärm hinweg, deine Stimme verstärkt durch den eingebauten Verstärker in deinem Kragen. "Alle zu mir! Jetzt!" Überraschenderweise gehorchen einige. Vielleicht ist es deine extravagante Erscheinung, die selbst in dieser Situation noch Autorität ausstrahlt. Vielleicht ist es die blanke Verzweiflung, die sie dazu treibt, sich an jeden Strohhalm zu klammern. Ein kleiner Pulk von Überlebenden drängt sich um dich, ihre Augen voller Angst und Hoffnung. "Hört zu", sagst du, deine Stimme fest und entschlossen. "Wir gehen nicht in die Bunker. Noch nicht. Die Raider – oder was auch immer das ist – wollen uns in die Enge treiben. Wir kämpfen." Einige murren, andere nicken zustimmend. Du deutest auf ein paar kräftige Gestalten, Mutanten mit muskelbepackten Armen und Cyborgs mit kybernetischen Implantaten. "Ihr kommt mit mir. Wir schaffen einen Korridor zu den hinteren Ausgängen. Die anderen folgen uns. Schnell!" Du stürmst los, den Plasmawerfer im Anschlag. Die ersten Schüsse der Angreifer zischen über dich hinweg, treffen Neonröhren und lassen Funkenregen herabregnen. Vor dir taucht eine der schattenhaften Gestalten auf, eine humanoide Kreatur mit leuchtend roten Augen und klauenartigen Händen. Sie stößt ein heiseres Kreischen aus, das dir das Blut in den Adern gefrieren lässt. Du feuerst. Ein greller Plasmastrahl trifft die Kreatur mitten in die Brust. Sie zuckt, windet sich und fällt zu Boden, wo sie sich in einen Haufen qualmenden Fleisches auflöst. Keine Zeit für Triumph. Du rennst weiter, die Überlebenden dicht hinter dir. Die Luft ist erfüllt vom Geruch von Ozon und verbranntem Fleisch. Ihr erreicht die hinteren Ausgänge, eine Reihe von notdürftig geflickten Stahltüren, die in die dunkle, verwüstete Landschaft führen. Du weist die Menge an, sich zu verteilen, in kleinen Gruppen zu verschwinden. "Viel Glück", sagst du zu jedem Einzelnen, deine Hand auf ihrer Schulter. "Und vergesst nicht: Wir sind noch nicht verloren." Als die letzten Überlebenden im Dunkeln verschwinden, drehst du dich um. Die schattenhaften Gestalten sind näher gekommen, haben den Tanzpark fast vollständig umstellt. Du bist allein. Aber du hast einen Plasmawerfer. Und du bist Lolita. Du wirst ihnen die Hölle heiß machen.
3Chapter 3▾
Die roten Augen der Kreaturen funkeln in der Dunkelheit wie glühende Kohlen. Ein hämisches Knurren erfüllt die Luft, als sie sich nähern. Du spürst, wie dein Puls rast, aber deine Hand am Plasmawerfer bleibt ruhig. Du bist bereit. Mit einem markerschütternden Schrei stürzen sich die ersten Angreifer auf dich. Du weichst geschickt aus, ei...
Die roten Augen der Kreaturen funkeln in der Dunkelheit wie glühende Kohlen. Ein hämisches Knurren erfüllt die Luft, als sie sich nähern. Du spürst, wie dein Puls rast, aber deine Hand am Plasmawerfer bleibt ruhig. Du bist bereit. Mit einem markerschütternden Schrei stürzen sich die ersten Angreifer auf dich. Du weichst geschickt aus, eine Bewegung, die du unzählige Male in den Trainingssimulatoren geübt hast. Der Plasmawerfer zischt und spuckt einen gleißenden Strahl reiner Energie. Ein weiterer Angreifer wird zu Asche. Doch es sind zu viele. Sie kommen aus allen Richtungen, ihre Schatten tanzen an den Wänden des Tanzparks. Du bewegst dich wie ein Derwisch, ein Wirbelwind aus grellen Farben und tödlicher Präzision. Jeder Schuss ein Treffer, jede Kreatur ein weiterer Haufen glühender Überreste. Einige der Kreaturen sind schneller, stärker, widerstandsfähiger als die anderen. Sie scheinen sich an die Plasmaenergie anzupassen, ihre Körper nehmen einen dunkleren, widerstandsfähigeren Farbton an. Du erkennst, dass du deine Taktik ändern musst. Du springst auf eine erhöhte Plattform, nutzt die Architektur des Tanzparks zu deinem Vorteil. Von hier oben hast du einen besseren Überblick, kannst deine Schüsse besser platzieren. Du zielst auf die Schwachstellen, die empfindlichen Gelenke, die ungeschützten Augen. Ein lauter Knall. Eine der Kreaturen springt dich an, ihre Klauen nach deinem Gesicht ausgestreckt. Du duckst dich im letzten Moment weg, die Klauen verfehlen dich nur um Zentimeter. Du rollst ab, kommst wieder auf die Füße und feuerst aus nächster Nähe. Die Kreatur explodiert in einem Schwall von Blut und Knochensplittern. Die Schlacht tobt weiter. Der Tanzpark, einst ein Ort der Freude und Ekstase, ist nun ein Schlachtfeld, ein Spiegelbild der Hölle. Der Geruch von verbranntem Fleisch und Ozon ist überwältigend. Deine extravagante Kleidung ist mit Ruß und Blut bedeckt, dein Make-up verschmiert. Aber du kämpfst weiter. Plötzlich spürst du einen stechenden Schmerz in deiner Seite. Eine der Kreaturen hat dich erwischt, eine Klaue hat deine Haut aufgerissen. Du ignorierst den Schmerz, blendest ihn aus. Adrenalin pumpt durch deine Adern, betäubt deinen Körper. Du konzentrierst dich auf dein Ziel: Überleben. Und Rache. Du brüllst eine Kriegserklärung aus, ein Echo des Trotzes, das durch die Ruinen von Atomik Eden hallt. Mit neuer Entschlossenheit stürzt du dich zurück ins Getümmel. Der Plasmawerfer in deiner Hand wird zu einer Verlängerung deines Willens, einem Werkzeug der Vergeltung. Die Kreaturen weichen zurück, spüren die Wut, die von dir ausgeht. Du bist mehr als nur eine Überlebende. Du bist Lolita. Und du bist ihre schlimmste Alpträume. Du bist das Licht in der Dunkelheit.




