Chimäre Nacht
Public Story

Chimäre Nacht

Die Neonröhren des "Atom Eve" flackern unheilvoll, als du, Lolita, durch die Überreste deines Imperiums schreitest. Die Welt, wie du sie kanntest, ist längst Asche.

blondes.Yvi27
Authorblondes.Yvi27
Created18. December 2025
Chapters3

Story context

World description

erde Endzeit

Initial situation

Apokalypse

Objective

erschrecken, Spannung, Humor

Chapter samples

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Chapter 1
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Die Neonröhren des "Atom Eve" flackern unheilvoll, als du, Lolita, durch die Überreste deines Imperiums schreitest. Die Welt, wie du sie kanntest, ist längst Asche. Ein nuklearer Winter hat sich über die Erde gelegt, und dein Nachtclub, dein Bordell, deine Bar – alles, was dir einst so viel bedeutet hat – sind nur noch surreal anmutende R...

Die Neonröhren des "Atom Eve" flackern unheilvoll, als du, Lolita, durch die Überreste deines Imperiums schreitest. Die Welt, wie du sie kanntest, ist längst Asche. Ein nuklearer Winter hat sich über die Erde gelegt, und dein Nachtclub, dein Bordell, deine Bar – alles, was dir einst so viel bedeutet hat – sind nur noch surreal anmutende Ruinen in einer apokalyptischen Landschaft. Dein Make-up, trotz der Umstände noch immer tadellos, trotzt dem Grauen, das dich umgibt. Die pinkfarbene Perücke sitzt perfekt, auch wenn sie etwas deplatziert wirkt, inmitten von Trümmern und Staub. Du bist, wie immer, ein wandelndes Kunstwerk, ein schillernder Farbtupfer in einer monochromen Welt. Deine extravaganten Stiefel mit Plateausohlen knirschen auf dem zerbrochenen Glas. "Atom Eve", einst ein pulsierendes Zentrum der Dekadenz und des Vergnügens, ist jetzt ein Mahnmal. Die Tanzfläche, auf der sich einst Körper ekstatisch bewegten, ist mit Schutt bedeckt. In den Separees, wo Geschäfte abgeschlossen und Geheimnisse geteilt wurden, herrscht gespenstische Stille. Nur der Wind pfeift durch die zerschlagenen Fenster und trägt den Geruch von Asche und Verwesung mit sich. Du betrittst den Barbereich. Hinter dem Tresen, der noch notdürftig steht, entdeckst du eine Flasche Wodka – fast schon ein Wunder. Du öffnest sie, nimmst einen kräftigen Schluck und das warme Gefühl breitet sich in dir aus. Ein schwacher Trost. "Na, wer hätte gedacht, dass das mal passieren würde?", murmelst du in die Dunkelheit, deine Stimme ein wenig brüchig. Dein Humor, einst so scharf und zynisch, wirkt jetzt fast verzweifelt. Du, die gefeierte Wissenschaftlerin, die mit ihrer Entdeckung die Welt veränderte und gleichzeitig ein florierendes Unterhaltungsimperium führte, stehst nun vor den Trümmern deiner Existenz. Ein leises Knistern durchbricht die Stille. Du drehst dich um und entdeckst eine Gestalt im Schatten. Es ist Roxy, eine deiner ehemaligen Angestellten, eine zierliche Frau mit wilden, roten Haaren und einem Blick, der alles gesehen hat. Sie war eine der wenigen, die dir treu geblieben sind. "Lolita?", fragt sie leise, ihre Stimme rau. "Ich dachte, du wärst tot." Du lachst bitter auf. "Tot? Nicht, solange es noch Wodka gibt, meine Liebe. Was führt dich hierher?"

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Chapter 2
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„Roxy", sagst du, und ein schwaches Lächeln huscht über dein Gesicht. "Es gibt immer einen Weg. Sogar aus der Hölle." Du deutest auf die Flasche Wodka. "Willst du einen Schluck? Wir haben viel aufzuholen." Roxy nickt langsam und tritt aus dem Schatten. Im fahlen Licht der Neonröhren erkennst du die Narben, die das Leben ihr zugefügt hat....

„Roxy", sagst du, und ein schwaches Lächeln huscht über dein Gesicht. "Es gibt immer einen Weg. Sogar aus der Hölle." Du deutest auf die Flasche Wodka. "Willst du einen Schluck? Wir haben viel aufzuholen." Roxy nickt langsam und tritt aus dem Schatten. Im fahlen Licht der Neonröhren erkennst du die Narben, die das Leben ihr zugefügt hat. Ihre Augen sind müde, aber in ihnen lodert noch immer ein Funke Hoffnung. Sie nimmt die Flasche entgegen und setzt sie an die Lippen. Ihr Hals bewegt sich, als sie einen langen Schluck nimmt. "Danke", sagt sie, ihre Stimme etwas klarer. "Ich brauchte das." "Was ist passiert?", fragst du. "Seit dem Tag, an dem die Bomben fielen?" Roxy seufzt. "Es war die Hölle. Chaos, Plünderungen, Gewalt. Jeder gegen jeden. Ich habe versucht, zu überleben. Habe mich versteckt, gehofft, dass es irgendwann besser wird." Sie macht eine Pause. "Ich habe gehört, dass du noch lebst. Dass du hier bist. Ich musste dich finden." Du nickst. "Ich bin hier. Aber ich weiß nicht, was ich tun soll. Alles, was ich aufgebaut habe, ist weg." "Wir können es wieder aufbauen", sagt Roxy. "Zusammen. Wir können einen Neuanfang wagen." Du betrachtest sie, ihre Entschlossenheit in den Augen. Vielleicht hat sie recht. Vielleicht ist es noch nicht vorbei. Vielleicht gibt es noch Hoffnung, inmitten der Trümmer und des Staubes. Du nimmst einen weiteren Schluck Wodka und spürst, wie der Mut in dir aufsteigt. "Okay", sagst du. "Wir machen das. Aber zuerst brauchen wir einen Plan." Roxy lächelt. Es ist ein schwaches, aber aufrichtiges Lächeln. "Ich habe da ein paar Ideen..." Draußen heult der Wind, und die Neonröhren flackern weiter. Aber in den Ruinen des "Atom Eve" keimt ein neuer Funke Hoffnung auf. Ein Funke, der sich vielleicht zu einem Feuer entfachen kann.

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Chapter 3
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Du setzt dich auf einen umgestürzten Barhocker, dessen Polsterung an mehreren Stellen aufgerissen ist, und stützt die Ellbogen auf die Knie. Roxy bleibt stehen, die Flasche Wodka noch in der Hand, und mustert dich mit einem Blick, der tiefer geht als nur die Oberfläche. „Ich habe nachgedacht", beginnst du. „Wir brauchen mehr als nur eine...

Du setzt dich auf einen umgestürzten Barhocker, dessen Polsterung an mehreren Stellen aufgerissen ist, und stützt die Ellbogen auf die Knie. Roxy bleibt stehen, die Flasche Wodka noch in der Hand, und mustert dich mit einem Blick, der tiefer geht als nur die Oberfläche. „Ich habe nachgedacht", beginnst du. „Wir brauchen mehr als nur einen Plan. Wir brauchen etwas, das die Leute hierherzieht. Einen Grund, warum sie den Weg durch die Ruinen auf sich nehmen." Roxy tritt näher und stellt die Flasche auf die Theke neben dir. Das Glas klirrt leise gegen den zersprungenen Stein. „Du hast doch immer noch dein Wissen", sagt sie. „Die Entdeckung, die dich berühmt gemacht hat. Das war nicht nur Glück. Du hast etwas geschaffen, was vorher niemand für möglich gehalten hat." Du hebst den Blick und siehst sie an. In ihren Augen liegt kein Mitleid, sondern etwas, das wie Vertrauen aussieht. Es ist lange her, dass dir jemand so begegnet ist. „Die alten Aufzeichnungen sind verbrannt", sagst du leise. „Die Laborausrüstung existiert nicht mehr. Ich müsste von null anfangen." „Dann fang von null an", erwidert Roxy, ohne zu zögern. „Du hast es schon einmal geschafft. Aus dem Nichts. Weißt du noch? In dieser heruntergekommenen Garage, mit nichts als ein paar alten Apparaturen und einem Traum." Ein Lächeln umspielt deine Lippen. Sie hat recht. Die Erinnerung ist vage, aber sie ist da – der Geruch von Schmieröl und Schweiß, das Summen der selbstgebauten Maschinen, die langen Nächte, in denen du getüftelt hast, bis deine Finger brannten. „Wir brauchen einen Ort", sagst du. „Einen sicheren Ort, an dem ich arbeiten kann. Und wir brauchen Leute. Nicht viele. Ein paar, denen wir vertrauen können." Roxy nickt. „Ich kenne jemanden. Einen Ingenieur, der früher für die Stadtwerke gearbeitet hat. Er hat sich in den Kellern unter dem alten Krankenhaus versteckt. Er hat Werkzeug, Generatoren, vielleicht sogar ein paar brauchbare Maschinen." Du stehst auf und gehst zum Fenster. Durch die schmutzigen Scheiben siehst du die Silhouetten der zerstörten Stadt, die sich schwarz gegen den dunklen Himmel abheben. Irgendwo in der Ferne zuckt ein schwaches Licht auf – vielleicht ein Feuer, vielleicht ein Generator. „Dann suchen wir ihn morgen auf", sagst du. „Heute Nacht brauchen wir Schlaf. Und einen Plan, wie wir dorthin kommen, ohne unterwegs erschossen zu werden." Roxy kommt neben dich und legt ihre Hand auf deine Schulter. Ihre Finger sind kalt, aber die Geste wärmt dich mehr, als du erwartet hast. „Ich habe dich vermisst", sagt sie leise. „Nicht nur deine Ideen. Dich." Du drehst dich zu ihr um und siehst ihr in die Augen. Die Neonröhren werfen blasse Schatten auf ihr Gesicht, und für einen Moment ist die Welt da draußen vergessen. Du legst deine Hand auf ihre und spürst den leichten Druck ihrer Finger. „Ich bin froh, dass du gekommen bist", sagst du. Roxy senkt den Blick, aber ein Lächeln umspielt ihre Lippen. Dann löst sie sich sanft von dir und geht zu einem der zerstörten Separees, wo sie eine Decke aus dem Schutt zieht und sich in eine Ecke kauert.

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