Die dunkle Zone
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Die dunkle Zone

Verdammt, mein Schädel brummt. Wo bin ich denn hier gelandet?

blondes.Yvi27
Authorblondes.Yvi27
Created17. December 2025
Chapters5

Story context

World description

im Weltall

Objective

in der Zukunft 10 5325 Jahre später

Chapter samples

1
Chapter 1
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Verdammt, mein Schädel brummt. Wo bin ich denn hier gelandet? Ein Blick durch die trübe Scheibe der Zellentür verrät: definitiv nicht mehr in meiner geliebten Stammkneipe in Kassel. Eher etwas...metallischer. Kälter. Unfreundlicher. Die Wände sind grau, überall blinken und fiepen Lichter, und der Geruch erinnert an eine Mischung aus Desin...

Verdammt, mein Schädel brummt. Wo bin ich denn hier gelandet? Ein Blick durch die trübe Scheibe der Zellentür verrät: definitiv nicht mehr in meiner geliebten Stammkneipe in Kassel. Eher etwas...metallischer. Kälter. Unfreundlicher. Die Wände sind grau, überall blinken und fiepen Lichter, und der Geruch erinnert an eine Mischung aus Desinfektionsmittel und alter Socke. Nicht gerade das Ambiente, das ich mir für meinen 40. Geburtstag vorgestellt hatte. Ich, Yvonne Brusius, geboren und aufgewachsen in der schönen, wenn auch manchmal spießigen, Stadt Kassel, bin also offenbar eine Gefangene. An Bord der LEX, wie ich an einem schief angebrachten Schild über meiner Zelle entdecke. LEX. Klingt irgendwie nach Reinigungsmittel, aber wenn ich die Typen richtig deute, die mich hierher geschleppt haben, ist das hier eher die Endreinigung. Die absolute. Ein Kampfschiff, steht da noch. Und Gefangenentransporter. Und – das lassen wir mal sacken – Massenvernichtungswaffe. Na, herzlichen Glückwunsch, Yvonne. Hättest du mal besser in der Disco bleiben sollen. Fünf Tage. Ein weiteres Schild, diesmal noch unheilvoller befestigt. Fünf Tage bis was? Bis zur nächsten Hard-Tekk-Party? Eher nicht. Bis zum Weltuntergang, vermute ich mal. Atomexplosionen. Der Russe, der alte Spielverderber, hat also Ernst gemacht. Fünfzehn Atomsprengköpfe. Kassel ade. Und ich mittendrin, auf einem Raumschiff, das dazu bestimmt ist, ein paar Auserwählte vor dem atomaren Inferno zu retten. Wobei „auserwählt“ in meinem Fall wohl eher „zufällig aufgelesen“ bedeutet. Ich meine, was qualifiziert eine tanzwütige Endvierzigerin mit einem Hang zu Hard-Tekk und gelegentlichen Eskapaden für die Rettung der Menschheit? Ein Rascheln unterbricht meine Grübeleien. Schritte nähern sich meiner Zelle. Ein Gesicht taucht auf, bekannt und doch so fern. Mario! Mario aus Salzwedel, mein Jugendschwarm aus DDR-Zeiten, der nach der Wende nach Kassel kam und mein Herz im Sturm eroberte – bevor er es mit seinen Drogen, seinen Frauengeschichten und seinen dubiosen Geschäften wieder zertrampelte. Er sieht gut aus, verdammt gut. Die grauen Haare stehen ihm, und die Falten um seine Augen zeugen von einem Leben, das offenbar genauso wenig spurlos an ihm vorbeigegangen ist wie an mir. „Yvonne? Bist du das wirklich?“, fragt er, seine Stimme rau, aber mit einem Hauch von...Besorgnis? Unmöglich. „Mario? Was zur Hölle machst du denn hier? Und warum bin ich in einer verdammten Zelle?“, fauche ich, während ich versuche, die widerspenstige Tür aufzureißen. Keine Chance. „Und vor allem: Warum bist du nicht in Kassel geblieben, um mit dem Rest der Welt in die Luft zu fliegen?“

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Chapter 2
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Mario seufzt und lehnt sich gegen die kalte Metallwand. "Glaub mir, Yvonne, wenn ich eine Wahl gehabt hätte, wäre ich jetzt mit einem Wodka-Energy in der Hand und dröhnender Tekk-Musik im Ohr in Kassel geblieben. Aber das Schicksal hat andere Pläne." Er kramt in seiner speckigen Jackentasche und zieht eine Art elektronischen Schlüssel her...

Mario seufzt und lehnt sich gegen die kalte Metallwand. "Glaub mir, Yvonne, wenn ich eine Wahl gehabt hätte, wäre ich jetzt mit einem Wodka-Energy in der Hand und dröhnender Tekk-Musik im Ohr in Kassel geblieben. Aber das Schicksal hat andere Pläne." Er kramt in seiner speckigen Jackentasche und zieht eine Art elektronischen Schlüssel heraus. "Ich bin hier, um dich rauszuholen." Ich runzle die Stirn. "Mich? Warum gerade mich? Ich bin doch nur eine ganz normale Tekkie-Tante aus Kassel." "Eben", grinst Mario schief. "Eine ganz normale Tekkie-Tante, die zufällig über ein Gen verfügt, das uns allen hier den Arsch retten könnte." Er schiebt den Schlüssel in das Schloss meiner Zelle. Ein Klicken, und die Tür gleitet auf. Freiheit! Naja, zumindest Freiheit innerhalb dieses riesigen, sterilen Raumschiffs. "Gen? Arsch retten? Mario, red gefälligst Klartext!", fordere ich ihn auf und trete aus der Zelle. Der Gang ist noch trostloser als meine Zelle, wenn das überhaupt möglich ist. Überall Kabel, Rohre und blinkende Lichter. "Später, Yvonne. Jetzt müssen wir hier raus. Die Zeit drängt." Er packt meinen Arm und zieht mich hinter sich her. "Die anderen warten schon." "Andere? Was für andere?" Meine Fragen bleiben unbeantwortet, denn Mario biegt in einen Seitengang ab, der noch dunkler und unheimlicher wirkt als der vorherige. Ich stolpere hinter ihm her, meine Doc Martens hallen auf dem Metallboden. Plötzlich bleiben wir vor einer riesigen Stahltür stehen, die mit unzähligen Knöpfen und Bildschirmen gespickt ist. Mario tippt eine komplizierte Zahlenkombination ein, und die Tür öffnet sich zischend. Dahinter verbirgt sich ein Raum, der so gar nicht zum Rest des Schiffs passen will. Überall Pflanzen, Bäume, sogar ein kleiner Bach plätschert vor sich hin. Und mitten in diesem grünen Paradies stehen sie: Eine Gruppe von Menschen, so unterschiedlich wie die Passagiere einer Kasseler Straßenbahn. Ein alter Mann mit langem, weißem Bart, eine junge Frau mit knallroten Haaren und Piercings überall, ein muskelbepackter Typ mit Glatze und Tätowierungen. Und sie alle starren mich an. "Da ist sie ja", sagt der alte Mann mit einer Stimme, die überraschend kräftig klingt. "Willkommen an Bord, Yvonne. Wir haben auf dich gewartet." Er lächelt freundlich, aber in seinen Augen blitzt etwas auf, das ich nicht deuten kann. Hoffnung? Angst? Wahrscheinlich beides. Denn wenn ich eines in meinem Leben gelernt habe, dann, dass nichts so ist, wie es scheint. Und dass das Schicksal einen manchmal an die unwahrscheinlichsten Orte führt. Wie zum Beispiel auf ein Raumschiff, kurz vor dem Weltuntergang, mit einer Gruppe von Fremden, die irgendetwas von mir wollen. Und mittendrin: Mario, mein Ex-Lover mit dem Gen-rettenden Geheimnis. Das kann ja heiter werden.

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Chapter 3
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Ich verschränke die Arme vor der Brust und mustere die bunte Truppe. „Okay, Leute, bevor hier irgendwelche esoterischen Weltrettungs-Rituale beginnen, hätte ich gerne ein paar Antworten. Was geht hier vor? Warum bin ich hier? Und was hat mein Gen damit zu tun?“ Der alte Mann lächelt milde. „Mein Name ist Professor Doktor Eisenbart, und ic...

Ich verschränke die Arme vor der Brust und mustere die bunte Truppe. „Okay, Leute, bevor hier irgendwelche esoterischen Weltrettungs-Rituale beginnen, hätte ich gerne ein paar Antworten. Was geht hier vor? Warum bin ich hier? Und was hat mein Gen damit zu tun?“ Der alte Mann lächelt milde. „Mein Name ist Professor Doktor Eisenbart, und ich bin der Leiter dieses… sagen wir mal… Evakuierungsprojekts. Und Sie, liebe Yvonne, sind ein unersetzlicher Teil davon.“ Er deutet auf die junge Frau mit den roten Haaren. „Das ist Kira, unsere Expertin für Genetik und alles, was damit zusammenhängt.“ Kira nickt kurz, ihre Piercings klimpern leise. „Und das ist Boris“, fährt Professor Eisenbart fort und zeigt auf den muskelbepackten Glatzkopf. „Er sorgt für unsere Sicherheit.“ Boris grummelt etwas Unverständliches und verschränkt die Arme noch fester vor der Brust. „Und Mario kennen Sie ja bereits.“ Ich werfe Mario einen skeptischen Blick zu. Er zuckt nur mit den Schultern und grinst verlegen. „Also, Yvonne“, beginnt Kira, ihre Stimme überraschend sanft, „dein Gen… es ist etwas Besonderes. Es enthält eine einzigartige Kombination von Enzymen, die in der Lage ist, radioaktive Strahlung zu neutralisieren.“ Ich lache ungläubig auf. „Moment mal, ich soll radioaktive Strahlung neutralisieren können? Ich? Die einzige Superkraft, die ich besitze, ist stundenlang durchtanzen zu können!“ „Es ist kein Witz, Yvonne“, sagt Professor Eisenbart ernst. „Wir haben jahrelang nach Menschen mit diesem Gen gesucht. Und Sie sind eine von sehr wenigen, die wir gefunden haben.“ „Und was soll ich jetzt damit machen?“, frage ich. „Soll ich durch die verstrahlten Ruinen von Kassel tanzen und die radioaktiven Partikel wegpusten? Ich glaube, da brauche ich mehr als nur meine Tanzschuhe.“ Kira grinst. „Nicht ganz. Wir haben hier ein Gerät entwickelt, das Ihr Gen nutzt, um einen Schutzschild zu erzeugen. Dieser Schild kann uns alle vor der Strahlung schützen, bis wir einen neuen Planeten erreichen.“ Ein neuer Planet? Das klingt ja fast nach Urlaub. Wenn da nicht die drohende Apokalypse wäre. „Und was passiert, wenn mein Gen schlappmacht?“, frage ich. „Oder wenn ich einen schlechten Tag habe und keine Lust habe, radioaktive Strahlung zu neutralisieren?“ Professor Eisenbart lächelt wieder, aber diesmal wirkt es gezwungen. „Darüber machen Sie sich mal keine Sorgen, Yvonne. Wir werden alles tun, um Sie zu unterstützen. Und jetzt“, er klatscht in die Hände, „gehen wir an die Arbeit! Die Welt rettet sich schließlich nicht von allein.“ Ich seufze. Na gut, was soll's. Besser als in Kassel zu verrecken. Und vielleicht ist das ja auch die Chance meines Lebens. Yvonne Brusius, die Tekkie-Tante aus Kassel, wird zur Retterin der Menschheit. Wer hätte das gedacht? Aber zuerst brauche ich einen Wodka-Energy. Und laute Musik. Sehr laute Musik.

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