Tarnograds Echo
Public Story

Tarnograds Echo

Die gleißende Sonne sticht dir in die Augen, als du erwachst. Ein trockener Husten reißt dich aus der Betäubung.

Yvonne
AuthorYvonne
Created15. December 2025
Chapters3

Story context

World description

Universum f\\u00fcr diese Geschichte: Endzeit

Objective

Die unbekannte Dimension

Chapter samples

1
Chapter 1
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Die gleißende Sonne sticht dir in die Augen, als du erwachst. Ein trockener Husten reißt dich aus der Betäubung. Du liegst auf dem staubigen Boden, nackt, die Haut mit einer feinen Schicht aus Sand und Asche bedeckt. Um dich herum: Ruinen. Zerborstene Gebäude, skelettartige Überreste einer einstigen Zivilisation, ragen in den trüben Himme...

Die gleißende Sonne sticht dir in die Augen, als du erwachst. Ein trockener Husten reißt dich aus der Betäubung. Du liegst auf dem staubigen Boden, nackt, die Haut mit einer feinen Schicht aus Sand und Asche bedeckt. Um dich herum: Ruinen. Zerborstene Gebäude, skelettartige Überreste einer einstigen Zivilisation, ragen in den trüben Himmel. Die Endzeit hat Kassel fest im Griff. Du bist Yvonne, 27 Jahre alt, und die Erinnerung an die letzten Tage ist bruchstückhaft. Drogen, Sex, der ständige Kampf ums Überleben – es verschwimmt zu einem einzigen, grauen Schleier. Deine drei Kinder… wo sind sie? Panik steigt in dir auf, eine vertraute, ätzende Säure. Du versuchst, dich zu erinnern, wo du sie zuletzt gesehen hast, aber dein Verstand ist ein Trümmerfeld. Du stehst auf, deine Muskeln schmerzen, jeder Knochen scheint zu protestieren. Der Hunger nagt unbarmherzig. Du musst etwas finden, irgendetwas Essbares, bevor du dich auf die Suche nach deinen Kindern machen kannst. Du blickst dich um. Ein verbogener Einkaufswagen liegt auf der Seite, ein stummer Zeuge vergangener Zeiten. In der Ferne erkennst du die Umrisse eines zerstörten Supermarkts. Vielleicht gibt es dort noch etwas Brauchbares. Du beginnst, dich durch die Ruinen zu bewegen, vorsichtig, jeden Schritt bedacht. Die Luft ist erfüllt von einem süßlichen, fauligen Geruch. Du passierst eine verlassene Bushaltestelle, übersät mit Graffiti und zerrissenen Plakaten. Ein leises Wimmern dringt an dein Ohr. Du bleibst stehen, lauschst. Hinter einem umgestürzten Betonpfeiler entdeckst du eine Gestalt. Ein Mann, zusammengekauert, den Kopf in den Händen vergraben. Er trägt zerrissene Jeans und ein schmutziges T-Shirt. Du erkennst ihn. Mario. Dein Mario. Er hebt den Kopf, seine Augen sind rot und verquollen. "Yvonne?", haucht er. "Bist du es wirklich?" Er rappelt sich auf, schwankt leicht. "Ich dachte schon… ich dachte, ich hätte dich verloren." Er kommt auf dich zu, seine Bewegungen sind unsicher. Du siehst die Sucht in seinen Augen, den gleichen nagenden Hunger, der auch dich quält. "Wo sind die Kinder, Mario?", fragst du, deine Stimme ist rau und brüchig. "Hast du sie gesehen?" Mario weicht deinem Blick aus. "Ich… ich weiß es nicht", stottert er. "Ich war… ich war nicht bei ihnen." Er ringt die Hände. "Ich muss sie finden, Yvonne. Ich muss sie finden und alles wieder gut machen." Ein Funken Hoffnung keimt in dir auf. Vielleicht ist noch nicht alles verloren. Zusammen, vielleicht könnt ihr das schaffen. Zusammen könnt ihr eure Kinder finden und einen Weg in diese unbekannte Dimension finden, von der Mario immer gesprochen hat. Aber zuerst musst du etwas essen. Und du musst Mario helfen, seinen Rausch zu überwinden. Die Reise wird lang und gefährlich sein.

2
Chapter 2
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Die Hoffnung ist ein dünner Faden in dieser Tristesse, aber du klammerst dich daran. Du nickst Mario zu. "Zusammen", sagst du, deine Stimme klingt fester als erwartet. "Wir finden sie zusammen." Bevor ihr jedoch irgendetwas unternehmen könnt, brauchst du Nahrung. Dein Magen knurrt laut, eine schmerzhafte Erinnerung an deine Bedürfnisse. ...

Die Hoffnung ist ein dünner Faden in dieser Tristesse, aber du klammerst dich daran. Du nickst Mario zu. "Zusammen", sagst du, deine Stimme klingt fester als erwartet. "Wir finden sie zusammen." Bevor ihr jedoch irgendetwas unternehmen könnt, brauchst du Nahrung. Dein Magen knurrt laut, eine schmerzhafte Erinnerung an deine Bedürfnisse. "Wir müssen etwas zu essen finden", sagst du. "Und dann… dann suchen wir die Kinder." Mario nickt zustimmend, seine Augen sind immer noch trüb, aber ein Hauch von Entschlossenheit ist darin zu erkennen. "Der Supermarkt… du hattest recht", murmelt er. "Da könnte noch etwas sein." Gemeinsam macht ihr euch auf den Weg. Die Ruinen von Kassel sind ein gefährlicher Ort. Überall liegen Trümmer, Glasscherben und verbogene Metallteile herum. Die Stille ist beklemmend, nur unterbrochen vom Knistern des Windes und dem leisen Stöhnen der Stadt. Ihr erreicht den zerstörten Supermarkt. Das Dach ist eingestürzt, die Regale sind leer und verrostet. Ein gespenstischer Geruch hängt in der Luft, eine Mischung aus Verwesung und Desinfektionsmittel. Ihr betretet das Innere, vorsichtig, aufmerksam. "Hier war ich schon mal", sagt Mario leise. "Es gab hier… etwas." Er deutet auf einen dunklen Gang. "Irgendwelche Konserven, vielleicht." Du folgst ihm, dein Herz klopft schneller. Du hast Hunger, aber die Angst ist stärker. Was, wenn ihr nicht allein seid? Was, wenn hier noch andere Überlebende sind, verzweifelt und gefährlich? Ihr findet ein paar alte Konservenbüchsen, verbeult und rostig, aber unversehrt. Glück! Du liest die Etiketten: Bohnen, Erbsen, undefinierbares Fleisch. Es ist nicht viel, aber es reicht, um den schlimmsten Hunger zu stillen. "Wir teilen", sagst du zu Mario. "Und dann suchen wir nach den Kindern." Während ihr die kargen Rationen esst, spürst du, wie die Energie in deinen Körper zurückkehrt. Es ist nur ein schwaches Aufflackern, aber es ist genug, um dich aufzurichten. Mario isst schweigend, seine Augen sind auf den Boden gerichtet. "Mario", sagst du, "du musst aufhören mit den Drogen. Wir schaffen das nicht, wenn du nicht klar bist." Er zuckt zusammen, sein Blick ist voller Scham. "Ich weiß", sagt er leise. "Ich weiß es. Ich will es auch." Du siehst die Sucht in seinen Augen, den Kampf, der in ihm tobt. Du kennst diesen Kampf nur zu gut. "Wir helfen uns gegenseitig", sagst du. "Wir schaffen das zusammen." Nachdem ihr gegessen habt, beschließt ihr, euch auf die Suche nach den Kindern zu machen. Ihr verlasst den Supermarkt und blickt euch um. Wo sollt ihr anfangen? Die Stadt ist ein riesiges Labyrinth aus Ruinen. "Vielleicht… vielleicht sollten wir in der Nähe des Flusses suchen", sagt Mario. "Ich erinnere mich, dass die Kinder dort gerne gespielt haben." Der Fluss… ja, das klingt nach einem guten Anfang. Ihr macht euch auf den Weg, die Sonne brennt gnadenlos auf euch herab. Die Suche beginnt.

3
Chapter 3
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Ihr nähert euch dem Flussufer, das früher ein beliebter Treffpunkt für Familien war. Jetzt ist es ein trostloser Ort, übersät mit Müll und Treibholz. Das Wasser ist trüb und stinkt. Es ist schwer vorstellbar, dass hier jemals Kinder gelacht und gespielt haben. "Kinder!", rufst du, deine Stimme zittert leicht. "Ist hier jemand?" Keine An...

Ihr nähert euch dem Flussufer, das früher ein beliebter Treffpunkt für Familien war. Jetzt ist es ein trostloser Ort, übersät mit Müll und Treibholz. Das Wasser ist trüb und stinkt. Es ist schwer vorstellbar, dass hier jemals Kinder gelacht und gespielt haben. "Kinder!", rufst du, deine Stimme zittert leicht. "Ist hier jemand?" Keine Antwort. Nur das Rauschen des Windes und das leise Plätschern des Wassers. Mario steht neben dir, sein Blick schweift umher. Er wirkt nervös, unruhig. Die Entzugserscheinungen machen sich bemerkbar. "Vielleicht sind sie nicht hier", sagt er leise. "Vielleicht… vielleicht sind sie woanders." "Wir müssen suchen", sagst du entschlossen. "Wir geben nicht auf." Ihr teilt euch auf und durchkämmt das Ufer. Du suchst zwischen den Trümmern, unter umgestürzten Bäumen, hinter verrosteten Autowracks. Dein Herz rast bei jeder Bewegung, bei jedem Geräusch. Ist das ein Kinderlachen? Ein Ruf? Oder nur deine Einbildung? Du findest eine alte Puppe, zerfetzt und schmutzig. Du hebst sie auf und betrachtest sie. War das die Lieblingspuppe einer deiner Töchter? Du kannst dich nicht erinnern. Die Erinnerungen sind so bruchstückhaft, so unvollständig. Tränen steigen dir in die Augen. Du drückst die Puppe fest an dich und schreist den Namen deiner Kinder in die Stille. "Sophie! Lukas! Mia! Seid ihr hier?" Mario kommt auf dich zu und legt dir eine Hand auf die Schulter. "Yvonne", sagt er sanft. "Nicht aufgeben. Wir finden sie." Plötzlich hörst du ein Geräusch. Ein leises Wimmern, irgendwo in der Nähe. Du hältst den Atem an und lauschst. Da ist es wieder. Es klingt wie ein Kind. "Mario!", flüsterst du aufgeregt. "Hast du das gehört? Da ist jemand!" Ihr folgt dem Geräusch, vorsichtig, Schritt für Schritt. Es führt euch zu einem alten, verlassenen Lieferwagen, der halb im Fluss versunken ist. Das Wimmern kommt von drinnen. Mario zieht die verrostete Tür auf. Im Inneren kauert ein kleines Mädchen, vielleicht fünf oder sechs Jahre alt. Sie ist schmutzig und verängstigt, aber sie lebt. "Hey", sagst du sanft. "Alles ist gut. Wir tun dir nichts." Das Mädchen starrt dich mit großen Augen an. Sie sagt nichts, sie weint nur leise. "Wie heißt du?", fragst du. "Anna", flüstert sie. Anna… Es ist nicht einer deiner Kinder, aber sie ist ein Kind. Und sie braucht Hilfe. "Anna", sagst du, "wir bringen dich in Sicherheit. Wir passen auf dich auf." Du nimmst Anna in deine Arme und trägst sie aus dem Lieferwagen. Sie klammert sich an dich, ihre kleinen Hände krallen sich in deine Haut. Du spürst ihre Angst, ihre Verzweiflung. Du weißt, was sie durchmacht. "Wir finden deine Eltern", sagst du zu Anna. "Wir versprechen es." Mario sieht dich an, seine Augen sind voller Mitgefühl. Er weiß, dass ihr jetzt eine neue Verantwortung habt. Aber er weiß auch, dass ihr das schaffen könnt. Zusammen.

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