
die dunkle Zone
Die Kälte des Weltraums kriecht unter meine Haut, obwohl ich in dem warmen, lederbezogenen Sessel meines persönlichen Raumschiffs sitze. Draußen erstreckt sich die unendliche Schwärze, gesprenkelt mit dem fernen Leuchten von Sternen, die wie Diamanten auf Samt wirken.
Story context
World description
im Weltall
Objective
in der Zukunft 10 5325 Jahre spater
Chapter samples
1Chapter 1▾
Die Kälte des Weltraums kriecht unter meine Haut, obwohl ich in dem warmen, lederbezogenen Sessel meines persönlichen Raumschiffs sitze. Draußen erstreckt sich die unendliche Schwärze, gesprenkelt mit dem fernen Leuchten von Sternen, die wie Diamanten auf Samt wirken. Es ist das Jahr 10.5325, eine Zeit, in der die Menschheit die Galaxie b...
Die Kälte des Weltraums kriecht unter meine Haut, obwohl ich in dem warmen, lederbezogenen Sessel meines persönlichen Raumschiffs sitze. Draußen erstreckt sich die unendliche Schwärze, gesprenkelt mit dem fernen Leuchten von Sternen, die wie Diamanten auf Samt wirken. Es ist das Jahr 10.5325, eine Zeit, in der die Menschheit die Galaxie besiedelt hat, aber alte Laster und Ambitionen sind geblieben. Ich, Yvonne Brusius, sitze am Steuer und bin auf dem Weg zu einer neuen Station in meinem Leben. Mein Spiegelbild im dunklen Glas der Cockpit-Scheibe zeigt eine Frau, die müde, aber entschlossen ist. Mit 25 Jahren, gefühlt aber älter, trage ich die Last einer Vergangenheit, die mich geformt hat. Mein hellblondes Haar ist zu einem unordentlichen Knoten zusammengebunden, einige Strähnen umrahmen mein Gesicht, das die Züge meiner verstorbenen Eltern trägt. Jochen und Rosi, sie würden mich jetzt wohl kaum wiedererkennen. Kassel, meine Heimat, ist nur noch eine ferne Erinnerung, ein Ausgangspunkt. Hier im Weltall bin ich etwas anderes, jemand anderes. Das Oberhaupt eines Drogenkartells, wie sie mich nennen. Eine Geschäftsfrau, würde ich sagen. Aber im Grunde bin ich eine Überlebende. Ein sanftes Piepen unterbricht meine Gedanken. Die Navigationskonsole blinkt. "Schwesterherz, wir erreichen gleich Orbit um Kepler-186f", meldet sich eine Stimme über die Bordsprechanlage. Es ist Patrick, mein Bruder, besser bekannt als emiZy, der Mann hinter dem Track "Richtung Kassel". Seine Musik hat uns schon oft aus der Patsche geholfen, ein Soundtrack zu unserem Leben zwischen Sternen und Schatten. "Bestätigt, emiZy", antworte ich, meine Stimme ist rau und tief. "Bereite die Landung vor." Kepler-186f. Ein Planet, der der Erde ähnelt, ein potenzielles neues Zuhause für uns und unser Geschäft. Die Landung verläuft reibungslos. Als die Rampe sich senkt und die Tür sich öffnet, schlage mir eine ungewohnte warme Brise entgegen. Die Luft riecht nach fremden Pflanzen und etwas Süßem, fast Betäubendem. Es ist ein Duft, der mich an die alten Opiumfelder auf der Erde erinnert. Vor mir erstreckt sich eine üppige, grüne Landschaft. Riesige, pilzartige Bäume ragen in den Himmel, ihre leuchtenden Kappen werfen psychedelische Schatten. In der Ferne höre ich das Zirpen von Insekten und das Rauschen eines Flusses. Es ist eine wunderschöne, aber auch beunruhigende Welt. "Was meinst du, Schwester?", fragt Patrick, der neben mir steht, die Hände in den Taschen seiner Cargohose vergraben. Er sieht unruhig aus, aber seine Augen leuchten vor Aufregung. "Neues Jagdrevier?" Ich atme tief ein und betrachte die fremde Welt. "Neues Jagdrevier", bestätige ich. "Und neue Regeln." Ich spüre, wie ein kalter Schauer meinen Rücken hinunterläuft. Irgendetwas an diesem Planeten ist anders. Irgendetwas ist hier... magisch.
2Chapter 2▾
Ich trete aus dem Raumschiff und spüre, wie der weiche, moosartige Boden unter meinen Stiefeln nachgibt. Die Luft ist feucht und schwer, und der süßliche Duft wird intensiver. Patrick folgt mir dicht auf den Fersen, seine Hand ruht unauffällig auf dem Griff seines Blasters. Misstrauen steht ihm ins Gesicht geschrieben, eine Eigenschaft, d...
Ich trete aus dem Raumschiff und spüre, wie der weiche, moosartige Boden unter meinen Stiefeln nachgibt. Die Luft ist feucht und schwer, und der süßliche Duft wird intensiver. Patrick folgt mir dicht auf den Fersen, seine Hand ruht unauffällig auf dem Griff seines Blasters. Misstrauen steht ihm ins Gesicht geschrieben, eine Eigenschaft, die in unserem Geschäft überlebenswichtig ist. "Sieht aus wie ein verdammter Dschungel", murmelt er, seine Augen scannen die Umgebung. "Sicher, dass das hier 'ne gute Idee war, Yvonne?" "Ruhe bewahren, emiZy", erwidere ich, ohne ihn anzusehen. "Wir sind nicht zum Spaß hier. Wir haben eine Mission." Und diese Mission heißt: Fuß fassen. Eine neue Quelle für unsere 'Ware' finden, neue Absatzmärkte erschließen. Kepler-186f soll unser nächster Coup werden, ein riskantes Unterfangen, aber die potenziellen Gewinne sind enorm. Ich befehle zwei unserer Leute, eine Basis zu errichten – ein notdürftiges Lager, das uns als Ankerpunkt dienen soll. Während sie mit dem Aufbau beschäftigt sind, erkunden Patrick und ich die Umgebung. Je tiefer wir in den Dschungel eindringen, desto seltsamer wird es. Die pilzartigen Bäume leuchten in immer intensiveren Farben, und die Geräusche werden fremder. Ein hochfrequentes Zirpen vermischt sich mit einem tiefen Grollen, das aus der Ferne zu kommen scheint. Plötzlich bleibt Patrick stehen, seine Augen sind auf etwas gerichtet, das sich im Dickicht bewegt. "Da ist was", flüstert er, seine Hand fest um den Blaster gekrallt. Ich folge seinem Blick und entdecke eine Bewegung zwischen den leuchtenden Pilzen. Zuerst sehe ich nur Schatten, dann eine Gestalt. Es ist ein Wesen, das ich noch nie zuvor gesehen habe. Es ist etwa einen Meter groß, mit einer schuppigen Haut in schimmerndem Grün und großen, bernsteinfarbenen Augen. Es hat lange, dünne Gliedmaßen und einen affenartigen Schwanz. Das Wesen beobachtet uns neugierig, sein Kopf leicht geneigt. Es scheint weder feindselig noch ängstlich zu sein. Eher... interessiert. Patrick spannt seinen Blaster, bereit zum Schuss. "Nicht", zische ich, meine Hand legt sich auf seinen Arm. "Warte." Ich versuche, mich dem Wesen langsam zu nähern, meine Hände erhoben, um zu zeigen, dass ich keine Bedrohung darstelle. "Wir tun dir nichts", sage ich, obwohl ich nicht weiß, ob es mich versteht. "Wir sind nur... Besucher." Das Wesen bewegt sich nicht, seine Augen fixieren mich. Dann, plötzlich, gibt es einen hohen, klagenden Laut von sich, der in der feuchten Luft widerhallt. Ein Laut, der mir seltsam vertraut vorkommt. Wie ein Ruf. Und dann tauchen weitere Wesen auf, aus allen Richtungen. Sie umringen uns, ihre bernsteinfarbenen Augen leuchten in der Dunkelheit. Ich spüre, wie sich eine Gänsehaut auf meinen Armen bildet. Wir sind nicht allein auf diesem Planeten. Und wir sind nicht die Jäger. Die Gesetze dieser Welt sind uns noch fremd.
3Chapter 3▾
Die kleinen, grünen Wesen umringen uns, ihre Blicke sind unverwandt auf uns gerichtet. Ich senke langsam meine Hände, ein Zeichen des Friedens, obwohl mein Herz wie wild gegen meine Rippen hämmert. Patrick steht wie erstarrt neben mir, sein Blaster immer noch in der Hand, aber er scheint sich nicht zu trauen, ihn abzufeuern. "Was zum Teuf...
Die kleinen, grünen Wesen umringen uns, ihre Blicke sind unverwandt auf uns gerichtet. Ich senke langsam meine Hände, ein Zeichen des Friedens, obwohl mein Herz wie wild gegen meine Rippen hämmert. Patrick steht wie erstarrt neben mir, sein Blaster immer noch in der Hand, aber er scheint sich nicht zu trauen, ihn abzufeuern. "Was zum Teufel sind das für Viecher?", murmelt er leise. Ich schüttle den Kopf. "Keine Ahnung. Aber sie scheinen nicht aggressiv zu sein." Das erste Wesen, das wir entdeckt haben, tritt vor und nähert sich mir vorsichtig. Es streckt eine seiner langen, dünnen Hände aus, die mit winzigen, schuppigen Fingern bedeckt ist. Ich zögere einen Moment, dann ergreife ich seine Hand. Seine Haut ist kühl und glatt wie Marmor. In diesem Moment spüre ich eine Art Verbindung, eine Art Verständnis, das über Worte hinausgeht. Es ist, als ob das Wesen mir etwas zeigen will. Plötzlich lässt es meine Hand los und dreht sich um. Es bewegt sich auf eine der riesigen, leuchtenden Pilzpflanzen zu und beginnt, an deren Stamm zu kratzen. Nach kurzer Zeit tritt eine Öffnung in dem Pilzstamm zutage, die zu einem dunklen Gang führt. Das Wesen dreht sich zu uns um und deutet mit seinem Kopf in den Gang hinein. "Was will es uns sagen?", fragt Patrick ungeduldig. "Es will uns etwas zeigen", antworte ich, meine Augen auf den dunklen Gang gerichtet. "Vielleicht ist es eine Falle, Yvonne", warnt Patrick. "Vielleicht aber auch nicht", erwidere ich. "Wir sind nicht hierhergekommen, um Angst zu haben. Wir sind hier, um Chancen zu nutzen." Ich trete auf den Gang zu, bereit, dem Wesen zu folgen. Patrick seufzt und folgt mir, seinen Blaster im Anschlag. Der Gang ist eng und dunkel, aber die leuchtenden Pilze werfen ein schwaches, grünes Licht, das uns den Weg weist. Es ist feucht und warm, und der süßliche Duft ist hier noch intensiver. Wir folgen dem Wesen tiefer in den Gang hinein, bis wir zu einer großen Höhle gelangen. Die Höhle ist von unzähligen leuchtenden Pilzpflanzen erhellt, die ein surreales, fast magisches Licht verbreiten. In der Mitte der Höhle befindet sich eine Art Altar, der aus einem großen, flachen Stein besteht. Auf dem Altar liegt ein Gegenstand, der in einem sanften, goldenen Licht leuchtet. Es ist eine Pflanze, aber keine, die ich jemals zuvor gesehen habe. Sie hat lange, dünne Blätter, die wie Goldfäden glänzen, und eine einzige, leuchtende Blüte, die in allen Farben des Regenbogens schimmert. Das Wesen deutet auf die Pflanze und gibt einen leisen, zufriedenen Laut von sich. Ich verstehe, ohne dass es Worte braucht: Das ist es, was es uns zeigen wollte. Das ist es, was diesen Planeten so besonders macht. Eine Quelle ungeahnter Möglichkeiten. Die Substanz scheint eine unglaubliche Kraft auszustrahlen.




