
Inferno Lolita
Die Neonlichter von Kassel flackern wie sterbende Sterne über dir, während du durch die verlassenen Straßen streifst. Es ist das Jahr 135855555568 nach Christus, und die Welt, die du kennst, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst.
Story context
World description
135855555543 Jahre in die Zukunft
Initial situation
Action, Apokalypse
Chapter samples
1Chapter 1▾
Die Neonlichter von Kassel flackern wie sterbende Sterne über dir, während du durch die verlassenen Straßen streifst. Es ist das Jahr 135855555568 nach Christus, und die Welt, die du kennst, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Apokalypse ist kein fernes Schreckgespenst mehr, sondern bittere Realität. Du, Yvonne Brusius, 25 Jahre ...
Die Neonlichter von Kassel flackern wie sterbende Sterne über dir, während du durch die verlassenen Straßen streifst. Es ist das Jahr 135855555568 nach Christus, und die Welt, die du kennst, ist nur noch ein Schatten ihrer selbst. Die Apokalypse ist kein fernes Schreckgespenst mehr, sondern bittere Realität. Du, Yvonne Brusius, 25 Jahre jung, bist eine Überlebende in dieser zerstörten Welt. Dein hellblondes Haar ist unter einer schmutzigen Kapuze verborgen, deine braunen Augen scannen die Umgebung nach Gefahren ab. In deinem Viertel kennen dich die Menschen – als die Frau, die nicht aufgibt, die Frau mit dem unerschütterlichen Willen. Dein Bruder Patrick, besser bekannt als emiZy, ist dein einziger Halt in dieser Hölle. Wo er gerade steckt, weißt du nicht, aber du spürst ihn. Irgendwo da draußen. Der Wind pfeift heulend durch die zerbrochenen Fenster der umliegenden Gebäude. Du ziehst die abgenutzte Jacke enger um deinen Körper. Hunger nagt an dir, aber du hast gelernt, ihn zu ignorieren. Es gibt wichtigere Dinge. Du musst einen Weg finden, um zu überleben. Einen Weg, um Patrick zu finden. Plötzlich ein Geräusch. Ein dumpfes Wimmern, das aus einer dunklen Gasse dringt. Dein Herz setzt einen Schlag aus. Vorsichtig, die Hand am Griff des rostigen Messers in deiner Tasche, schleichst du dich näher. Du entdeckst eine Gestalt am Boden. Eine Frau. Sie ist etwa 40 Jahre alt, ihr hellblondes, schulterlanges Haar ist mit Schmutz bedeckt. „Hey! Was ist los?“, fragst du vorsichtig. Die Frau blickt auf. Ihre braunen Augen sind voller Schmerz. „Ich… ich brauche Hilfe“, krächzt sie. „Mein Name ist Lolita.“ Ihr Gesicht ist blass, fast durchscheinend, aber unter dem Schmutz erkennst du eine Frau, die einst schön gewesen sein muss. Sie murmelt etwas von ihrer Familie, von ihrer Mutter und ihrem Vater. Lolita erzählt dir, dass sie Tänzerin war, bevor alles zusammenbrach. Pole Dance, Step Aerobic, Dirty Dancing – sie beherrschte sie alle. Sie erzählt von einem Mann namens Mario, den sie in den Clubs kennengelernt hatte. Du kniest dich neben sie. Du weißt, wie es ist, alles zu verlieren. „Was ist passiert?“, fragst du. Lolita zögert. „Ich… ich wurde überfallen. Sie haben alles genommen. Meine Vorräte… meine Medikamente.“ Medikamente? Du runzelst die Stirn. Du riechst den süßlichen Geruch, der von ihr ausgeht. Drogen. „Ich kann dir helfen“, sagst du, obwohl du selbst kaum etwas hast. „Aber du musst mir sagen, was hier vor sich geht. Was weißt du über diese Stadt?“ Lolita blickt dich an, ein Hoffnungsschimmer in ihren Augen. „Ich weiß Dinge“, sagt sie. „Dinge, die du wissen musst, um zu überleben.“
2Chapter 2▾
Du blickst dich um. Die Gasse ist eng und düster, gesäumt von bröckelnden Mauern, die mit Graffiti übersät sind. Die Farben sind verblasst, aber die Bilder sind noch erkennbar: stilisierte Totenköpfe, verzerrte Gesichter, kryptische Botschaften. Der Geruch von Müll und Verwesung liegt in der Luft, vermischt mit dem süßlichen Duft von Loli...
Du blickst dich um. Die Gasse ist eng und düster, gesäumt von bröckelnden Mauern, die mit Graffiti übersät sind. Die Farben sind verblasst, aber die Bilder sind noch erkennbar: stilisierte Totenköpfe, verzerrte Gesichter, kryptische Botschaften. Der Geruch von Müll und Verwesung liegt in der Luft, vermischt mit dem süßlichen Duft von Lolitas Drogen. Es ist ein Geruch, den du nur allzu gut kennst. Überall in der Gasse liegen Glasscherben und anderer Unrat verteilt, der im trüben Licht der Neonreklamen schimmert. Du erkennst die Überreste von Lagerfeuern, provisorische Schlafplätze, die von anderen Überlebenden genutzt wurden. Die Gasse ist ein Spiegelbild der Stadt: zerstört, verlassen, aber immer noch voller Leben, voller Menschen, die versuchen, irgendwie zu überleben. Du entdeckst ein paar leere Kanister, wahrscheinlich einmal gefüllt mit Wasser oder Treibstoff. Sie sind verbeult und rostig, aber vielleicht noch zu gebrauchen. Weiter hinten, im Schatten, erkennst du eine dunkle Gestalt. Ein Ratte, groß wie ein Hund, die an einem Knochen nagt. Sie bemerkt dich und verschwindet mit einem leisen Rascheln in einem Loch in der Mauer. Du schüttelst dich. Die Ratten sind in letzter Zeit immer größer und aggressiver geworden. Ein weiteres Zeichen des Verfalls. Dein Blick fällt auf Lolitas Habseligkeiten, die neben ihr auf dem Boden verstreut liegen. Eine abgenutzte Tasche, ein paar zerrissene Kleidungsstücke, eine leere Wasserflasche. Keine Spur von den Medikamenten, von den Vorräten, von denen sie gesprochen hat. Die Gasse selbst bietet kaum Schutz. Sie ist zu offen, zu exponiert. Jeder könnte hier jederzeit auftauchen, auf der Suche nach Beute, nach einem einfachen Opfer. Du spürst das Kribbeln in deinen Fingern, die Nervosität, die dich immer überkommt, wenn du dich in Gefahr befindest. „Wir müssen hier weg“, sagst du zu Lolita. „Es ist zu gefährlich.“ Du hilfst ihr auf die Beine. Sie ist schwach, zittert am ganzen Körper. Du stützt sie, legst einen Arm um ihre Schultern. „Wohin sollen wir gehen?“, fragt sie. Ihre Stimme ist kaum mehr als ein Flüstern. Du denkst nach. Es gibt nicht viele sichere Orte in Kassel, aber du kennst ein paar Verstecke, die du in den letzten Jahren gefunden hast. Verstecke, die du noch nicht mit anderen geteilt hast. „Ich kenne einen Ort“, sagst du. „Es ist nicht weit von hier. Aber wir müssen uns beeilen. Und du musst mir erzählen, was du weißt.“ Du siehst ihr in die Augen. „Ich bin Yvonne“, sagst du. „Und ich werde dir helfen. Aber du musst ehrlich zu mir sein.“ Lolita nickt langsam. „Ich… ich werde dir alles erzählen“, sagt sie. „Aber erst müssen wir in Sicherheit sein.“ Gemeinsam verlasst ihr die dunkle Gasse und taucht wieder ein in die zerstörten Strassen von Kassel. Die Neonlichter flackern über euch, während ihr euch auf den Weg macht, ein neues Kapitel des Überlebens in dieser trostlosen Zukunft zu schreiben.
3Chapter 3▾
Du führst Lolita durch die Ruinen von Kassel, vorbei an zerbombten Gebäuden und verlassenen Geschäften. Die Luft ist dick von Staub und dem Geruch von verbranntem Metall. Ihr Ziel ist ein alter Bunker unter einem ehemaligen Supermarkt, ein Ort, den du vor Jahren entdeckt hast und der bis jetzt dein Geheimnis war. Lolita stolpert immer wi...
Du führst Lolita durch die Ruinen von Kassel, vorbei an zerbombten Gebäuden und verlassenen Geschäften. Die Luft ist dick von Staub und dem Geruch von verbranntem Metall. Ihr Ziel ist ein alter Bunker unter einem ehemaligen Supermarkt, ein Ort, den du vor Jahren entdeckt hast und der bis jetzt dein Geheimnis war. Lolita stolpert immer wieder, ihre Kräfte schwinden. Du spürst, wie sie sich immer schwerer an dich klammert. „Halt durch“, murmelst du, obwohl du selbst kaum noch Kraft hast. „Wir sind bald da.“ Plötzlich hörst du ein Geräusch. Ein Knacken, ein Rascheln, das aus einer Seitengasse kommt. Du bleibst stehen, ziehst Lolita hinter dich. Dein Herz rast. Du weißt, dass es nicht gut ist. Es ist nie gut. Drei Gestalten treten aus dem Schatten. Sie sind groß, muskulös, tragen schmutzige Kleidung und sind mit improvisierten Waffen bewaffnet: Rohre, Messer, eine Axt. Plünderer. Sie mustern euch, ihre Augen voller Gier. „Na, was haben wir denn da?“, sagt einer von ihnen, ein hagerer Mann mit einem vernarbten Gesicht. „Zwei hübsche Mädchen, ganz allein. Was für ein Glück.“ Du stellst dich vor Lolita, dein Messer fest in der Hand. „Lasst uns in Ruhe“, sagst du. Deine Stimme zittert nicht, obwohl du innerlich Angst hast. „Wir haben nichts, was ihr wollt.“ Der Mann lacht. „Das werden wir ja sehen. Vielleicht habt ihr ja etwas, das uns gefällt. Oder vielleicht gefällt uns auch einfach nur, euch leiden zu sehen.“ Er macht einen Schritt auf dich zu, seine Kumpane folgen ihm. Du weißt, dass du keine Chance hast, wenn es zum Kampf kommt. Drei gegen eins, und Lolita ist zu schwach, um dir zu helfen. Aber du wirst nicht aufgeben. Du wirst kämpfen, bis zum letzten Atemzug. „Bleibt weg von uns!“, schreist du. Du machst einen Ausfallschritt, das Messer in deiner Hand funkelt im trüben Licht. Der Mann zögert kurz, aber dann grinst er. „Na gut“, sagt er. „Dann spielen wir eben ein Spiel.“ Er deutet auf seine Kumpane, die sich im Halbkreis um euch herum positionieren. „Wir lassen euch gehen“, sagt er. „Wenn ihr uns etwas gebt. Etwas Wertvolles.“ Er mustert Lolita von Kopf bis Fuß. „Vielleicht… deine Freundin hier. Sie sieht aus, als könnte sie uns eine Menge Spaß bereiten.“ Du spürst, wie das Blut in deinen Adern gefriert. Du weißt, was er will. Und du weißt, dass du es nicht zulassen wirst. Niemals. Du bist bereit zu sterben, um Lolita zu beschützen. Du bist bereit, alles zu tun. Du spürst die kalte Wut in dir hochsteigen, die dich immer dann überkommt, wenn du vor einer unmöglichen Entscheidung stehst. Die Luft knistert vor unausgesprochener Gewalt, während ihr euch gegenübersteht, die Plünderer und du, in den Ruinen von Kassel.




