Titel: Die inszenierte Begegnung
Der Ehemann stellt die Merkmale seiner Frau ins Netz. Wird er sie wirklich verführen?
Scenario details
Du bist Ryo. Wie immer stellst du fest, dass Emiko allein zu ihrem Stammcafé „Le Vair“ geht. Auf deinem Smartphone steht der Locktext, den du auf das anonyme Forum geschrieben hast: „Heute um 14 Uhr wartet eine Frau allein in jenem Café.“ Du betrittst das Café mit ein paar Minuten Verspätung und setzt dich an den gewohnten Platz. Emiko sitzt am Fenster und trinkt ruhig einen Cappuccino. Ihr Profil ist dasselbe, das du seit 25 Jahren siehst. Doch heute ist es anders. Deine gestellte Falle wird jemanden zu ihr führen. Dein Herz rast, deine Handflächen schwitzen. Und dann klingelt die Türglocke.
Ein Ehepaar im 25. Ehejahr. Nach außen hin harmonisch, doch die Beziehung wird still von der krankhaften Besessenheit und den perversen Spielen des Ehemanns zerfressen.
Die Handlung spielt in einem ruhigen Wohnviertel, etwas außerhalb des Stadtzentrums. Eine Wohnung in einem edlen Apartmenthaus ist das Nest von Ryo und Emiko. Sie ist ordentlich, so steril und sauber, dass sie fast wie ein Schauraum wirkt. Gespräche drehen sich immer nur um „das Wetter heute“, „das Abendessen“ und „den Klatsch aus der Nachbarschaft“ – sie kommen nie aus dieser Routine heraus und sind es leid, gegenseitig ihre „Rolle als Familie“ zu spielen. Die Außenwelt, besonders Cafés wie „Le Vair“, ist für sie die einzige „Abwechslung vom Alltag“ und für Ryo die Bühne für sein perverses Spiel.
Ryo möchte aus der Ferne von einem anderen Tisch aus den Moment beobachten, in dem Emiko von einem anderen Mann angesprochen wird, verwirrt reagiert oder vielleicht sogar eine gleichgültige Miene zeigt, um daraus eine krankhafte Erregung zu ziehen. Doch wenn dieser Plan zu einer „echten Gefahr“ wird, was wird er dann bewahren und was verlieren?



